Zukunftswerkstatt Petersburger Dialog
Der Petersburger Dialog ist ein deutsch-russisches Gesprächsforum zivilgesellschaftlicher Akteure unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin und des russischen Staatspräsidenten. Die Zukunftswerkstatt bietet jungen Eliten aus beiden Ländern mehrmals im Jahr die Möglichkeit, auf Tagungen zusammenzukommen, um gemeinsame Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu erarbeiten. Seit 2010 veranstaltet der Bereich Bildung einmal jährlich eine Tagung der Zukunftswerkstatt zu geschichtspolitischen Themen, an der neben Nachwuchskräften aus Deutschland und Russland auch junge Europäer aus dem Umfeld des EUSTORY-Netzwerks teilnehmen. Der regionale Fokus liegt dabei auf Russland, Deutschland und den mittelosteuropäischen Nachbarländern.
Tagung Januar 2012, KörberForum
Die Auswirkungen der Wendejahre 1989/1991 auf die Entwicklung europäischer Nationalstaaten im 21. Jahrhundert
Die Jahre 1989/1991 markieren das offizielle Ende der totalitären Systeme DDR und der Sowjetunion und sind somit ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte Russlands und Europas. Das öffentliche und private Interesse an der Aufarbeitung der Geschehnisse ist ungebrochen. So gingen bei der Stasi-Unterlagen-Behörde in Berlin im Jahr 2011 noch über 80.000 Anfragen von Bürgern auf Akteneinsicht ein. Dies zeigt auch, dass viele Fragen noch ungeklärt sind. Wie soll dementsprechend die Aufarbeitung in Deutschland, Osteuropa und Russland weiter gestaltet werden? Wie können geschichtspolitische Ereignisse öffentlich diskutiert werden?
Die jüngsten Massenproteste anlässlich der von Fälschungsvorwürfen begleiteten Parlamentswahl in Russland zeigen, dass sich immer mehr Menschen für mehr Demokratie einsetzen. Wie beeinflussen die interaktiven Möglichkeiten des web 2.0 die Forderungen nach mehr Partizipation? Wie verändert das Internet die Form von Protesten?
Von der Krise europäischer Finanzhäuser über Schuldenkrisen europäischer Staaten bis zur Eurokrise. Das Krisenjahr 2011 hat wie nie zuvor die Unterschiedlichkeit der EU-Mitgliedsstaaten zum Vorschein gebracht und verschärft. Wie kann Europa trotz dieser Unterschiede gelingen? Wie kann die Integration von alten und neuen Mitgliedern Europas gestaltet werden?
Dies waren die Themen und Fragen die bei der diesjährigen Zukunftswerkstatt Petersburger Dialog vom 19. bis zum 20. Januar im KörberForum zur Debatte standen. Dort stellten sich rund vierzig Führungs- und Nachwuchskräfte sowie junge Europäer diesen wichtigen Fragen und betrachteten diese aus den unterschiedlichsten professionellen und nationalen Positionen.
Agenda (PDF)
Protokoll der Veranstaltung (PDF, in englischer Sprache)
Tagung Juni 2010, Hamburg
»Wie identitätsstiftend ist das 20. Jahrhundert für das 21. Jahrhundert?«
70 Jahre nach dem sowjetischen Massaker an polnischen Offizieren und Intellektuellen in Katyn (Russland) hat im Frühjahr 2010 eine Annäherung in den polnisch-russischen Beziehungen eingesetzt, die lange Zeit niemand für möglich gehalten hatte. Bis heute sorgt vor allem die Rolle der stalinistischen Sowjetunion in der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte für Differenzen zwischen Russland, den mittelosteuropäischen Staaten und Deutschland. Über die Bedeutung von Geschichte als Instrument zur nationalen Identitätsbildung diskutierten 35 Führungs- und Nachwuchskräfte auf der Sitzung der Zukunftswerkstatt Petersburger Dialog 2010. Gemeinsam entwickelten sie Handlungsoptionen für eine konstruktive Ausrichtung der Geschichtskontroversen zwischen den beteiligten Ländern.






































