Fördernetzwerk Community Organizing
Die Körber-Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt und der Generali Zukunftsfonds haben sich zu einem offenen Fördernetzwerk zusammengeschlossen, um die Idee des Community Organizing (CO) in Deutschland zu verbreiten. Damit verbunden ist die Förderung des Deutschen Instituts für Community Organizing).
Das Netzwerk ist offen für weitere Förderer, die der Idee des Community Organizing in Deutschland zu weiterer Verbreitung und öffentlicher Wahrnehmung verhelfen möchten.
Fotos der Gründungsveranstaltung am 21.09.2010 in Berlin
Mission
Die Beteiligten im Fördernetzwerk sind überzeugt, dass der Ansatz des Community Organizing eine notwendige Ergänzung zu klassischen Ansätzen der kommunalen Bürgerbeteiligung ist. Das Fördernetzwerk möchte mit diesem Engagement dem gesellschaftlichen Auseinanderdriften in der deutschen Gesellschaft, in der die traditionellen Beteiligungswege der (Kommunal-) Politik nicht mehr ausreichen, entgegenwirken. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland besonders in benachteiligten Stadtteilen die traditionellen Beteiligungswege der Kommunalpolitik immer weniger greifen, möchte das Fördernetzwerk der demokratischen Bürgerbeteiligung in Deutschland einen neuen Impuls geben.
Wirkung
CO als Instrument der Bürgerbeteiligung kommt aus den USA und Großbritannien. Es hat sich dort bewährt, um die politische Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern in benachteiligten Stadtteilen zu fördern. Sogenannte Broad Based Community Organizations, die in Deutschland Bürgerplattformen genannt werden, haben durch Koordination und Stärkung von Bürgergruppen ganze Stadtteile zu neuem Leben erweckt.
Vor allem in drei gesellschaftlichen Bereichen profiliert sich der Beitrag von CO unter den Bedingungen der gegenwärtigen städtischen Gesellschaft erfolgreich: bei der Integration und Befähigung zu politischer Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund, bei der Beteiligung von (politisch) »Verdrossenen« und bei der Einbeziehung von behinderten Menschen ins Gemeinwesen. In all diesen Bereichen geht es um eine Ermöglichung bzw. eine Verbesserung der gestaltenden demokratischen Teilhabe und Teilgabe im Rahmen der zivilgesellschaftlichen Selbstorganisation.
So funktioniert’s.
Bürgerplattformen sind freiwillige, auf Dauer angelegte Zusammenschlüsse von lokalen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Organisationen und Institutionen (z.B. Schulen, Kitas, religiöse Gemeinden, Betriebsräte usw.). Community Organizer begleiten den Aufbau der Bürgerplattformen und agieren zunächst als Brückenbauer zwischen den Organisationen im Stadtteil. Sie knüpfen Beziehungen zwischen den oft isolierten oder einander nicht bekannten Gruppen, befördern die Klärung gemeinsamer Interessen und verhelfen die Gruppen zu einer gemeinsamen Handlungsfähigkeit in der Öffentlichkeit. Bei regelmäßigen Zusammenkünften identifizieren die Mitglieder der Plattform Angelegenheiten, die für den Stadtteil wichtig sind (z.B. schlechte Schule, servicearmer Job-Center, verschmutze Parkanlagen usw.). In Kampagnen setzt man sich schließlich für eine strukturelle Verbesserung der Situation ein.
Die Organizer schulen die Bürgerinnen und Bürger, damit sie die Führung in den Kampagnen im Dialog mit den verschiedenen Entscheidungsträgern , z.B. der Stadtverwaltung, übernehmen können.
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Deutschland
Die angepasste Übertragbarkeit des amerikanischen Konzept ist bereits bewiesen: Erfolgreiche Bürgerplattformen in Deutschland gibt es bereits in Berlin und Hamburg. Die Bürgerinnen und Bürger in Berlin Schöneweide haben zum Beispiel eine bessere Verkehrsanbindung durch die Berliner Verkehrsbetriebe durchgesetzt. In Wedding/ Moabit wurde auf Druck der Bürgerplattform »Wir sind da« der Job Center personell besser ausgestattet, in Hamburg- Hamm wurde Dank der Initiative der Bürgerplattform »ImPuls-Mitte« eine Hausaufgabenhilfe ins Leben gerufen. Durch die Unterstützung des von Prof. Dr. Leo Penta geleiteten Deutschen Instituts für Community Organizing in Berlin, das lokale Bürgerplattformen in ihrer Arbeit begleitet, sollen in den kommenden Jahren weitere hinzukommen. Zentral hierfür ist die Ausbildung von Community Organizern, die vor Ort die Fäden zusammen halten und die Bürger bei der Formulierung und Durchsetzung ihrer Interessen unterstützen.
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Kontakt zum Thema Fördernetzwerk Community Organizing bei der Körber-Stiftung:
Alexander Thamm, thamm[ at ]koerber-stiftung.de, 040 80 81 92 166



































