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Foto: Körber-Stiftung

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Susanne Kutz
(Foto: Körber-Stiftung)

Meldung vom Freitag, 22. Januar 2016

20 Jahre edition Körber-Stiftung: Ost – West – Deutsch (3/52)

Was denken die Ost- und Westdeutschen voneinander? Spätestens mit dem Jahrestag des Mauerfalls taucht diese Frage in den Medien immer wieder auf und wird meist mit einigen Statistiken und Straßenbefragungen abgehandelt. Intensiver und persönlicher ging die Dresdener Erzählwerkstatt das Thema an: Sieben Jahre nach der Wiedervereinigung bot sie einen geschützten Raum, um über die längst nicht überwundene Entfremdung zwischen Ost- und Westdeutschland zu sprechen – anhand der eigenen, persönlichen Lebensgeschichte.
Deutsche, aber auch zwei Russen und eine gebürtige Japanerin hatten sich zusammengefunden, um ihre ganz unterschiedlichen Ost-West-Erfahrungen zu teilen. In diesen Gesprächen ging es nicht nur um persönliche Empathie, sondern auch darum, einen Erfahrungsschatz zu sichern, der, so die Teilnehmer, für die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven benötigt wird.

Durch ihr Engagement in der Bürgerstiftung Dresden war die Körber-Stiftung mit diesem Projekt verbunden. Der Verlagsgründerin und studierten Historikerin Susanne Kutz gelang es, die Teilnehmer des Gesprächskreises davon zu überzeugen, dass diese Geschichten nicht nur erzählt, sondern aufgezeichnet und veröffentlicht werden müssten. Der Band »Dreizehn deutsche Geschichten« versammelte diese Lebensgeschichten, manche unspektakulär, manche durch große Verwerfungen geprägt – alle ehrlich und wahrhaftig sich selbst gegenüber.
Die »Dreizehn deutschen Geschichten« waren auch der Auftakt einer Reihe von Büchern zur Erzählten Geschichte, die die edition Körber-Stiftung in den folgenden Jahren herausbrachte. Mittlerweile sind solche Bücher gängig, aber vor fünfzehn, zwanzig Jahren stellten sie noch ein Novum dar und prägten Wahrnehmung und Ansehen der edition für die nächsten Jahre. Anknüpfend an Forschungen zur Oral History gaben diese Bände Menschen eine Stimme, die sonst wenig Gehör fanden und leisteten Beiträge zur Versöhnung und Verständigung. Bahnbrechend waren hierzu die Arbeiten des israelischen Psychologen Dan Bar-On, die wir Ihnen in der nächsten Woche vorstellen möchten.




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