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v.l. Karin Haist (Körber-Stiftung), Roland Roth, Gisela Erler, Wolfgang Klenk (Breuninger-Stiftung), Irene Armbruster (Bürgerstiftung Stuttgart), Claus Leggewie, Andrea Laux (Mütterzentrum Stuttgart)
(Foto: Frederik Laux)

Meldung vom Donnerstag, 24. November 2011

»Die Weisheit der Vielen«

Generationenverantwortung und Zukunftsvisionen: Am 22. November diskutierten die Politikwissenschaftler und Autoren der edition Körber-Stiftung Claus Leggewie und Roland Roth in Stuttgart auf Einladung der Breuninger-Stiftung, der Bürgerstiftung Stuttgartund der Körber-Stiftung über das Potenzial von Bürgerbeteiligung als Motor für eine bessere Welt. Beide Autoren haben im Herbst in der edition Körber-Stiftung ein Buch zum Thema veröffentlicht. Mit ihnen kamen etwa 50 Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts ins Gespräch, die sich in Runden Tischen für ihre Stadt engagieren und in anderen Plattformen Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung gemacht haben. Nur fünf Tage vor dem mit Spannung erwarteten Volksentscheid über die Zukunft des Stuttgarter Bahnhofs war die Diskussion von besonderer politischer Brisanz. Das betonte in ihrer Begrüßung auch die neue baden-württembergische Staatsrätin für Bürgerschaftliches Engagement Gisela Erler.  

Während für Claus Leggewie das Thema der Beteiligung besondere Dringlichkeit bei der Durchsetzung der Energiewende hat, liegt der Fokus von Roland Roth auf der Notwendigkeit, die Demokratie neu zu beleben, indem möglichst viele Menschen in die Gestaltung von Gesellschaft einbezogen sind. Sowohl Leggewie als auch Roth bemühen starke Bilder, so spricht Leggewie »vom Ende der Welt, wie wir sie kannten« und Roth von »vorrevolutionären Zeiten«. Doch sie richten sich nicht in der bequemen Rolle der düsteren Propheten ein, sondern rufen dazu auf, das Ruder im letzten Augenblick herumzureißen, inspiriert von der tiefen Überzeugung, dass der Mensch das Zeug dazu hat und in Beteiligungsprozessen eine »Weisheit der Vielen« zum Tragen kommt.

Gisela Erler  adressierte die beiden Autoren, die sich noch aus Jugendzeiten kennen, nicht ohne Augenzwinkern als »Gurus der Bürgerbeteiligung« und begeisterte sich, dass die jahrelange Arbeit an einem ehemaligen Nischenthema aktuell so viel öffentliche Aufmerksamkeit erhalte. Sie hob das besondere historische Moment in der deutschen Demokratie heute hervor: Es liege ein Wandel in der Luft, nun hieße es, diese Energie schnell in Taten umzuwandeln, in denen Politik, Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen.

Beide Autoren treibt die Frage an, welche Welt wir den nachfolgenden Generationen hinterlassen und welchen Beitrag jeder persönlich geleistet haben wird, um das Ruder herumzureißen. »Am Ende kondensiert alles in einer Frage«, brachte Claus Leggewie es auf den Punkt: »Wenn wir 2030 zurückblicken: Wie wollen wir gewesen sein?«.

Bestellmöglichkeiten und Informationen zu den Büchern

»Bürgermacht« von Roland Roth
»Mut statt Wut« von Claus Leggewie 


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