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Claus Leggewie
(Foto: David Ausserhofer)

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»Mut statt Wut«

Meldung vom Montag, 17. Oktober 2011

»Mut statt Wut« von Claus Leggewie

Wut und Empörung sind gute Voraussetzungen dafür, sich einzumischen, wenn etwas falsch läuft, so Leggewie. Grundsätzlich befürworte er, wenn Menschen ihrer Wut Ausdruck verleihen, vorausgesetzt sie bleiben dabei friedlich und konstruktiv. »Die Bürger sollten nicht mehr warten, bis das Signal der Eliten ertönt«, die Stimmabgabe alle paar Jahre sei längst nicht mehr zeitgemäß.

Auch wenn Politik und Verwaltung es manchmal nicht wahrhaben wollen: Bei den Bürger sei eine große Expertise vor allem an lokalem Wissen vorhanden. Nur wüssten diese nicht mehr, wie man sich in politische Entscheidungsprozesse einbringt. Vor allem, so Leggewie, gibt es momentan keine geeignete politische Form dafür. Protest allein genüge eben nicht und komme oft zu spät.

Jene also, die wirklich an einer Mitsprache und Übernahme von Verantwortung interessiert seien, sollten sich rechtzeitig zu Wort melden. Im idealen Falle könnte so im Laufe der Verfahren die punktuelle Einmischung  routiniert werden, damit Bürger und Politiker langfristig über regional auszuhandelnde Entscheidungsmodelle zu einem Interessenausgleich kommen. Einen möglichen Ort solcher Aushandlungen könnten sogenannte Zukunftskammern darstellen. In ihnen beteiligen sich die Bürger zum Beispiel an der politischen Debatte über die Zukunft ihrer Stadt, sodass auf allen Seiten Lernprozesse angestoßen werden. Leggewie ist sich sicher: Gelingt es, im Kreise der Bürger change agents (Agenten des Wandels) zu identifizieren, sollte die Politik diese für sich gewinnen. Denn ohne die institutionelle Einbettung laufen viele Anstöße ins Leere.

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Sehen Sie das Interview mit Claus Leggewie im Hessischen Rundfunk.

Claus Leggewie
Mut statt Wut
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