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Gesellschaftlicher Dialog

Jung-Alt-Projekte im BegegnungsCentrum Haus im Park

Was hat ein heute 80-Jähriger während der großen Hamburger Sturmflut erlebt? Und wie denkt eine 17-jährige Schülerin über Sterbehilfe? Wie können Ältere und Jugendliche gemeinsam soziale Aufgaben in Angriff nehmen? Die Jung-Alt-Projekte des BegegnungsCentrums Haus im Park befördern einen Austausch von Erlebtem, Erfahrungen, Meinungen und Aktivitäten zwischen den Generationen. Voneinander, aber auch gemeinsam lernen heißt die Devise.

Die Mehrzahl der Jung-Alt-Projekte des Haus im Park wird in Kooperation mit örtlichen Schulen durchgeführt. Die Projekte bringen häufig Erstaunliches zutage und hinterfragen Klischees: Was z. B. junge Menschen über Abtreibung denken, mutet manchmal konservativer an als der Standpunkt einer 70-jährigen Frau. Das direkte Gespräch, der Austausch unter vier Augen, die gemeinsame Arbeit an einem Projekt ermöglichen ein besseres Verständnis der jeweils anderen Seite. Und es lässt das Wissen über Vergangenes auf anschauliche Weise wachsen.

Neuerdings bietet das Haus im Park auch Veranstaltungen an, bei denen das gemeinsame Erleben von Enkeln und Großeltern im Vordergrund steht. Das BegegnungsCentrum will so Impulse geben, damit Kinder zusammen mit ihren Großeltern Wissen erwerben und sich als gemeinsam Lernende begegnen können.

»Kollektives Gedächtnis«

Im Projekt »Kollektives Gedächtnis« interviewen Schüler Senioren als Zeitzeugen zu Themen, die im 20-köpfiges Redaktionsteam festgelegt werden. Im Redaktionsteam, das sich einmal monatlich trifft, arbeiten Besucher aus dem Haus im Park sowie Schüler des Gymnasiums Lohbrügge und Schüler der Gesamtschule Bergedorf zusammen. Gemeinsam legen sie die Themenauswahl fest. Die Senioren bringen eigene Erfahrungen ein und werben Zeitzeugen. Diese Zeitzeugenberichte aus verschiedenen Jahrzehnten werden von den Schülern aufgeschrieben und gesammelt. Die Ergebnisse der Interviews sowie Bildmaterialien veröffentlichen die Schüler im Internet. Dabei profitieren beide Seiten: Schüler begegnen älteren Menschen und erhalten einen persönlichen Zugang zur Geschichte. Ältere Menschen können Erfahrungen aus einer früheren Lebensphase weiter geben und auch ein Stück weit aufarbeiten. Sie gewinnen Einblick in den Schulalltag der Jugendlichen und in neue Arbeitsformen und moderne Technologien.

Über 300 Einträge sind bisher im Internet nachzulesen. Darunter Berichte wie »Eintragungen aus einem Haushaltsbuch 1919/1922«, »Die Zwanzigerjahre in den Vierlanden«, »Die Reichsprogromnacht 1938«, »Die Flucht meines Vaters aus der DDR«, »Begegnung mit einer Feministin« und »Wie war es damals, als das Fernsehen farbig wurde?«. Viele dieser einzigartigen Dokumente spiegeln auch ein Stück weit die Bergedorfer Lokalgeschichte wider.

Das Projekt wurde von März 2000 bis 2005 im Rahmen des Modellversuchs »Lebenslanges Lernen« der Bund-Länder-Kommission gefördert. Ziel: die Erprobung innovativer Lernformen.

Erfahren Sie mehr zum Projekt »Kollektives Gedächtnis«

Projekte für Kinder und ihre Großeltern

Gemeinsam mit den Großeltern ein Naturschutzgebiet erkunden und einem Schäfer bei der Arbeit mit seinen Tieren zusehen, zusammen kochen oder filzen: Bei derartigen Terminen, die das BegegnungsCentrum Haus im Park organisiert, erhält die Beziehung zwischen Kindern und ihren Großeltern neue Impulse. Beide Seiten lernen etwas dazu – und Freude bereiten die Nachmittage obendrein.

Informationen über Veranstaltungen erfahren Sie
über unser Sekretariat, Tel. (040) 72 57 02 - 12.

Weitere Erfahrungen zwischen Schülern und Besuchern des Hauses wurden in einem gemeinsamen Theaterprojekt und im Philosophischen Café gesammelt.

Bei Fragen zu diesen Projekten können Sie sich an die Leiterin der Akademie des BegegnungsCentrums wenden:

Anja Paehlke
Telefon (040) 72 57 02-36

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