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v.l. Andreas Bormann, Liselotte Vogel, Hans-Jochen Vogel
(Foto: Peggy Hesse-Sommer)

Selbstbestimmt im Alter

29. Oktober 2009

»Ich hoffe, ihr Beispiel macht anderen Mut, sich mit dem Thema Alter zu beschäftigen«, sagte Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung, zur Begrüßung von Liselotte und Hans-Jochen Vogel. Rund 250 Zuhörer waren ins Haus im Park gekommen, um von dem prominenten Ehepaar zu erfahren, warum sie sich für den Umzug in ein Altenstift entschieden haben, obwohl  sie noch gar nicht pflegebedürftig sind. Auch die Erfahrungen in dieser neuen Lebenssituation sollten thematisiert werden. 
Zunächst las Elisabeth Hartmann von der Hörbücherei des Haus im Park einige Textpassagen aus dem Buch von Liselotte Vogelmit dem Titel »Ich lebe weiter selbstbestimmt«. Im anschließenden Gespräch, moderiert von Andreas Bormann (NDR), schilderte vor allem Liselotte Vogel, wie es zu der Entscheidung kam. Ausschlaggebend war eine Art Anschauungsunterricht im Wohnhaus der Vogels. »Eine zunehmend gebrechlichere Nachbarin wurde aufopferungsvoll rund um die Uhr von ihrer Tochter gepflegt«, erzählte die 82-jährige in ihrer sympathisch zurückhaltenden Art. »Gelegentlich wurde mein Mann um Hilfe gebeten, wenn die alte Dame hingefallen war. Das alles hat uns sehr nachdenklich gemacht.« 

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Hans-Jochen und Liselotte Vogel
(Foto: Peter Schinzler, München)

Da sie selbst auf keinen Fall ihren drei Kindern zur Last fallen wollten, reifte beim Ehepaar Vogel der Gedanke, in ein Heim zu ziehen, und zwar rechtzeitig und nicht erst, wenn man keine Wahl mehr hat. Diese Botschaft des "sich rechtzeitig entscheiden" stand im Mittelpunkt des ganzen Gesprächs. Seit drei Jahren leben die Vogels jetzt in einem Münchner Altenstift und haben den Schritt nicht bereut.
»Viele Paare vertrauen darauf, sich gegenseitig im Alter zu helfen«, sagte Liselotte Vogel. Aber da beide älter werden, reiche dafür oft die Kraft nicht. Wie wertvoll dann Hilfe sein kann, hat sie bereits selbst erfahren müssen. Nach einem Schlaganfall lag sie einige Zeit im Krankenhaus. „Ich musste mir keine Sorgen machen und konnte mich ganz auf meine Genesung konzentrieren, weil ich wusste, mein Mann ist im Augustinum gut versorgt.«

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Liselotte Vogel signiert ihr Buch
(Foto: Peggy Hesse-Sommer)

Viele Menschen hätten »recht krause Vorstellungen« von einem Leben im Altenstift. »Aber wir haben eine wunderschöne Wohnung und eine Klingel an der Tür«, sagt Liselotte Vogel. »Wenn man will, kann man viel Kontakt haben im Altenstift, aber man muss nicht.« Es sei sinnvoll, sich eine Umgebung zu schaffen, die einem angenehm ist. »Uns war es wichtig, dass wir so lange wie möglich darüber bestimmen können, was mit uns passiert als auch, wie es geschieht.« Zu den rechtzeitig getroffenen Entscheidungen gehört für die Vogels auch eine Patientenverfügung.
In ihrem Buch schildert die 82-Jährige nicht nur ihre eigenen Erfahrungen, sondern gibt in einem ausführlichen Ratgeberteil auch konkrete Entscheidungshilfen. Nach einer lebhaften Diskussion mit dem Publikum signierte Liselotte Vogel ihre Bücher im Foyer.

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