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Jens Böhrnsen, Bremer Bürgermeister (li.), im Gespräch mit Ergun Can, Vorstand des Netzwerks türkeistämmiger Mandatsträger
(Foto: Jann Wilken)

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Jens Böhrnsen empfängt Vertreter des Netzwerks türkeistämmiger Mandatsträger und der Körber-Stiftung in seinem Amtszimmer
(Foto: Jann Wilken)

Meldung vom Donnerstag, 11. Februar 2010

»Öffnung und Wertschätzung« ermöglichen Partizipation von Migranten

Zu einem Erfahrungsaustausch empfing Jens Böhrnsen, Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen, Vertreter des Netzwerks türkeistämmiger Mandatsträger und der Körber-Stiftung.

Ergun Can, für die SPD im Stadtrat Stuttgart, stellte die Arbeit des von der Körber-Stiftung initiierten parteiübergreifenden Netzwerks von Abgeordneten deutscher Parlamente vor. Er verwies auf die Vorbildrolle türkeistämmiger Mandatsträger für die politische Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland und plädierte für die Öffnung von Parteien, Parlamenten und Regierungen. »Öffnung und Wertschätzung« so Jens Böhrnsen, seien in der Tat der Schlüssel, um die Mitgestaltung lokaler Räume durch Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern. Bremen, das bei Kindern im Einschulungsalter bereits einen Migratenanteil von 52 Prozent aufweist, habe eine lange und reiche Erfahrung in der Gestaltung der Integration und im Bemühen um Chancengerechtigkeit. Die Bremer Politik verstehe Integration schon seit langem als Querschnittsthema, so Böhrnsen. Die Inhalte und Ergebnisse von Integrationskonzepten, Integrationsgipfeln mit Bürgern, aber auch runden Tischen mit muslimischen Organisationen, würden in Bremen in alle Fachressorts des Senats hineingetragen – von Themen wie »Muslimische Organisationen als Jugendhilfeträger«  bis zur Frage der Öffnung des Religionsunterrichtes für unterschiedliche Glaubensgemeinschaften.

Auch dafür, solche guten praktischen Integrationsbeispiele bundesweit zu verbreiten, sei das Netzwerk türkeistämmiger Mandatsträger eine wichtige Einrichtung, sagte Filiz Demirel, grünes Mitglied der Bezirksversammlung Altona und wie Ergun Can im Vorstand des Netzwerks engagiert. Und genau deshalb habe die Körber-Stiftung das Netzwerk auch initiiert, ergänzte Lothar Dittmer aus dem Vorstand der Körber-Stiftung. Die Politik schaffe Rahmenbedingungen, die Migranten müssten selbst aktiv werden, aber Stiftungen könnten genau diese Selbstorganisation unterstützen. Best Practice sichtbar zu machen und politisch aktive Migranten als Vorbilder zu präsentieren, darum gehe es der Körber-Stiftung. Sücrü Senkal, Mitglied der bremischen Bürgerschaft und ebenfalls Mitstreiter im Netzwerk türkeistämmiger Mandatsträger, erläuterte sein Verständnis von politischen Arbeit: »Ich freue mich, dass mir die SPD einen guten Listenplatz für die Bürgerschaftswahl angeboten hat,  aber als Abgeordneter verstehe ich mich nicht als Migrant, sondern als politisch engagierter Bürger und Teil dieser Gesellschaft.«


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