Meldung vom Mittwoch, 22. September 2010
Fördernetzwerk Community Organizing gegründet
Die Körber-Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt und der Generali Zukunftsfonds haben sich zu einem offenen Fördernetzwerk zusammen geschlossen, um die Idee des Broad Based Community Organizing in Deutschland zu verbreiten. Zum Auftakt dieser Zusammenarbeit kamen in Berlin am 21. September die Initiatoren und Akteure des Community Organizing aus Deutschland, USA und Großbritannien sowie interessierte Förderer zusammen, um die bisherigen Erfolge des Community Organizing und sein Entwicklungspotenzial in Deutschland aufzuzeigen.
Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika, Philip D. Murphy, sprach der Initiative in seiner Ansprache die volle Unterstützung aus. Präsident Obama selber als der derzeit bekannteste ehemalige Community Organizer begrüße und unterstütze diese Form von Bürgerschaftlichem Engagement.
Der Abend zeigte die ganze Breite der Bewegung auf: Vertreter der Industrial Areas Foundation (USA), Citizens UK (Großritannien), Organizing Schöneweide (Berlin), Impuls Mitte (Hamburg), Wir sind da! (Wedding / Moabit) und in Gründung befindliche Bürgerplattformen stellten eindrucksvoll unter Beweis, welches Potential in Community Organizing steckt.
Im Anschluss unterzeichneten Dr. Lothar Dittmer, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, Markus Hipp, Geschäftsführender Vorstand der BMW Stiftung Herbert Quandt und Roland Krüger, Generali Zukunftsfonds, das Gründungsdokument des Fördernetzwerks. Durch die finanzielle Unterstützung des von Prof. Dr. Leo Penta geleiteten DICO Deutschen Instituts für Community Organizing in Berlin, das lokale Bürgerplattformen bei ihrer Arbeit begleitet, sollen in den kommenden Jahren weitere hinzukommen. Zentral hierfür ist die Ausbildung von Community Organizern, die vor Ort die Fäden zusammen halten und die Bürger bei der Formulierung und Durchsetzung ihrer Interessen unterstützen.
Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland besonders in benachteiligten Stadtteilen die traditionellen Beteiligungswege der Kommunalpolitik immer weniger greifen, möchte das Fördernetzwerk diesen neuen Impuls in die politische Bürgerbeteiligung in Deutschland tragen. Community Organizing als Instrument der Bürgerbeteiligung kommt aus den USA und Großbritannien. Es hat sich dort bewährt, um die politische Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern in ihren benachteiligten Stadtteilen zu fördern. Sogenannte Bürgerplattformen (Community Organizations) haben durch Koordination und Stärkung von Bürgergruppen ganze Stadtteile zu neuem Leben erweckt. Bürgerplattformen definieren mit Hilfe eines Organizers die lokalen Problemfelder und tragen dann ihre Bedürfnisse und Forderungen »Bottom Up« an die Entscheidungsträger heran. Die Bürger machen die Erfahrung, dass sie durchaus Einfluss auf ihre Umwelt haben: Sie setzen eine bessere Verkehrsanbindung durch, zwingen Job-Center zu einem dienstleistungsorientierten Angebot, organisieren Hausaufgabenhilfe für die Kinder vor Ort und vieles mehr. Erfolgreiche Bürgerplattformen gibt es bereits in Berlin und Hamburg.
Informationen und Kontakt:
Alexander Thamm
thamm[ at ]koerber-stiftung.de
Tel 040 80 81 92 166
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