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Stefan Kornelius
(Foto: Marc Darchinger)

Meldung vom Donnerstag, 8. Oktober 2009

Körber Policy Paper von Stefan Kornelius: Deutschlands Afghanistan-Einsatz

Mit dem Körber Policy Paper No. 8 wird ein weiterer Band aus der Reihe »Standpunkte« der edition Körber-Stiftung auf Englisch veröffentlicht (»The Undeclared War. Germany’s Self-Deceit in Afghanistan«). Autor ist Stefan Kornelius, seit 2000 Leiter des außenpolitischen Ressorts der Süddeutschen Zeitung.
Kornelius zufolge führe Deutschland Krieg, aber vom Krieg dürfe man nicht sprechen. Das ist der »große politische Selbstbetrug, dem Deutschland erliegt.« Was einmal als stabilisierender Einsatz zum Schutz einer Zentralregierung begonnen habe, entwickle sich zu einem veritablen Überlebenskampf für das neue Afghanistan. Nach Ansicht des Autors erkenne die Weltgemeinschaft, dass ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel stehe, wenn sie Afghanistan fluchtartig verließe. Deutschland aber verschließe sich dieser Dramatik. »Wie in einem Schweigekartell haben sich Bundesregierung, Abgeordnete des Bundestags und die militärische Führung der Bundeswehr zusammengetan, um die unangenehmen Probleme des Einsatzes zunächst nicht anzurühren.«
Kornelius fordert eine ehrlichere deutsche Afghanistanpolitik, welche sich durch eine ehrliche Strategie, eine ehrliche Politik, ein ehrliches Mandat und ein ehrliches Ziel auszeichnet. So wäre es z.B. ehrlich zuzugeben, dass der relativ stabile Norden des Landes derart viele Soldaten in den Lagern gar nicht braucht, dass der defensive Auftrag für die Soldaten zu absurden militärischen Situationen führt und dass die nach Afghanistan verlegten Tornados operativ nutzlos sind.

Statements und Policy Papers

Stefan Kornelius: Der unerklärte Krieg


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