Borislav Stefanović, 10. März 2010

Borislav Stefanović, Politischer Direktor im Außenministerium der Republik Serbien, diskutierte mit den Mitgliedern des Körber-Netzwerk Außenpolitik über die aktuelle politische Situation auf dem Westbalkan. Im Mittelpunkt standen neben der Rolle Serbiens bei der Stabilisierung der Region auch Möglichkeiten der Unterstützung von Seiten der EU. Ergänzt wurde sein Vortrag durch einen Kommentar von Dr. Berit Bliesemann de Guevara, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Internationale Politik der Helmut-Schmidt-Universität und Preisträgerin des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung, in dem sie vor allem die Schwierigkeiten des State-Buildings in Bosnien Herzegowina thematisierte.
Bei der Stabilisierung der Situation auf dem Westbalkan stünden die betroffenen Länder vor gemeinsamen Aufgaben, so Stefanović. Neben politischen Herausforderungen seien Bosnien und Herzegowina, Serbien, Mazedonien und das Kosovo von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffen. Vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie infrastrukturelle Defizite erforderten konsequentes Handeln. Serbien sei bereit, einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung der Region zu leisten. Gleichwohl gelte es, eine konstruktive Lösung für die Kosovo-Frage zu finden. In der anschließenden Diskussion debattierten die Teilnehmer über die Perspektiven der Westbalkan-Staaten im Hinblick auf eine Annäherung an die EU. Bliesemann de Guevara unterstrich dabei, wie wichtig konkrete Lösungsansätze seien.
Mit dieser Veranstaltung setzt das Körber-Netzwerk Außenpolitik seine Beschäftigung mit aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Fragen fort. In diese Reihe gehören unter anderem die Hintergrundgespräche mit Hans-Friedrich von Ploetz, Staatssekretär im Auswärtigen Amt a. D., ehemaliger Ständiger Vertreter Deutschlands bei der NATO und aktuell Mitglied der Group of Experts zur Erarbeitung des neuen Strategischen Konzepts der NATO, Christian Freuding, Oberstleutnant i.G. und Referent im Planungsstab des Bundesministeriums der Verteidigung, und Thomas Ossowski, Referatsleiter im Auswärtigen Amt und Philip Zelikow, White Burkett Miller Professor of History an der University of Virginia.
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