Zweite Reunion des Körber-Netzwerk Außenpolitik
Berlin, 26.-27. November 2010

Zum zweiten Mal seit Gründung des Körber-Netzwerk Außenpolitik (KNA) vor fünf Jahren fanden sich Mitglieder und Alumni des KNA zur Reunion in Berlin zusammen. Die Teilnehmer reisten aus verschiedenen Teilen der Welt an, u.a. aus Addis Abeba, Rabat, Kiew, London und Brüssel, und nutzten diese Gelegenheit, um gemeinsam über Perspektiven für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik zu diskutieren.
Den Auftakt der Reunion am Freitag, den 26. November bildete ein festliches Begrüßungsdinner in der Residenz des britischen Botschafters in Berlin. David Marsh, Vorsitzender der Beratungsfirma SCCO International und Autor des Buches »Der Euro – Die Geschichte der neuen Weltwährung«, sprach in seiner Tischrede mit dem Titel »Germany, Europe and the Euro« über Zukunftsperspektiven der europäischen Währungsunion und die Rolle Deutschlands in Europa.

Am drauffolgenden Samstag diskutierten die Teilnehmer in drei Panelsitzungen das Thema »Quo Vadis Deutschland? Perspektiven deutscher Außenpolitik«. Knut Abraham, stellvertretender Leiter des Referats für Vereinte Nationen, Menschenrechte und auswärtige Kultur- und Bildungspolitik des Bundeskanzleramtes, und Michaela Miller, Angehörige des Foreign and Commonwealth Office, eröffneten den ersten Teil der Podiumsdiskussion mit einer Bestandsaufnahme der deutschen Außenpolitik seit 1990 sowie einer Analyse zukünftiger Herausforderungen.
Knut Abraham sprach von einem wachsendenden Selbstbewusstsein und Engagement Deutschlands als »global player«, welcher vor allem in der EU, der G8 und der G20 zum Ausdruck komme. Michaela Miller zeigte hingegen auf, dass Deutschland seine außenpolitischen Möglichkeiten viel effektiver ausschöpfen könne, wenn es Ressort- und Kompetenzüberschneidungen beseitige.
In der zweiten Sitzung referierten Christoph Schwegmann, Berater im Ministerbüro des Bundesverteidigungsministeriums, und Lars Brozus, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe EU-Außenbeziehungen der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), zum Thema »Die Zukunft deutscher Auslandseinsätze«.
Christoph Schwegmann warf dabei die Frage nach der Messbarkeit von Erfolg und Misserfolg militärischer Einsätze auf. Während andere europäische Staaten sich auf die »lessons learned« konzentrieren, hinterfrage Deutschland nach wie vor den Sinn und Zweck seiner Auslandseinsätze. Lars Brozus geht von einem starken Wandel zukünftiger Bundeswehreinsätze aus: Anstelle militärischer Einsätze werde sich die Bundeswehr auf die Ausbildung und Stärkung ziviler Infrastruktur konzentrieren. Langfristig werden privaten Sicherheitsagenturen und Söldnern daher eine größere Rolle bei deutschen Militäroperationen spielen.
Ronja Kempin, Leiterin der Forschungsgruppe EU-Außenbeziehungen der SWP, und Florian Escudié, Botschaftsrat an der französischen Ständigen Vertretung bei der NATO, trugen im dritten Teil der Podiumsdiskussion zum Thema »Sicherheitsrisiken im 21. Jahrhundert« vor.
Beide stimmten überein, dass den neuen globalen Herausforderungen, beispielsweise Cyberwar und dem Klimawandel, nur durch neue globale Ansätze begegnet werden könne. Nichtsdestotrotz sei es unabdingbar, »alten« Sicherheitsrisiken wie Proliferation und »failing states« mit einer noch engeren internationalen Zusammenarbeit und einer Mischung aus konventionellen und neuen Strategien zu begegnen.
Siehe auch:

Veranstaltungen
Bücher
KörberPodcasts
Unsere Schwerpunkte





Klicken Sie auf ein Bild für mehr Info.






























