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Körber-Stiftung

Dienstag, 20. Mai 2014

Für Frieden und Menschenrechte, gegen mehr internationales Engagement

TNS Infratest-Umfrage der Körber-Stiftung zeigt die Sicht der Deutschen auf die Außenpolitik

60 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass sich Deutschland außenpolitisch zurückhalten sollte. Die Bereitschaft zu einem stärkeren internationalen Engagement ist in den vergangenen Jahren zudem stark gesunken: Während 1994 noch 62 Prozent der Deutschen für die Übernahme größerer Verantwortung bei internationalen Krisen plädierten, sind es heute nur noch 37 Prozent. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest Politikforschung im Auftrag der Körber-Stiftung unter 1.000 Personen ab 18 Jahren im April und Mai 2014. Besonders skeptisch zeigen sich die Befragten in Bezug auf den Einsatz deutscher Soldaten und bei Rüstungsexporten: 82 Prozent wünschen sich weniger Militär-Einsätze der Bundeswehr. Ebenso viele Befragte finden, Deutschland solle weniger Waffen an verbündete Länder liefern. »Ein außenpolitisches Engagement Deutschlands wird in der Öffentlichkeit stark mit militärischem Eingreifen assoziiert«, sagt Thomas Paulsen, Leiter des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung. »Zivile Instrumente und diplomatische Mittel der Außenpolitik müssen in der öffentlichen Diskussion stärker in den Vordergrund gerückt werden.« Eine Diskussion über die deutsche Außenpolitik stößt Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit seinem Projekt »Review 2014« an, bei dem die Körber-Stiftung heute die Umfrageergebnisse präsentiert hat.

Großes Interesse an Außenpolitik

Die Umfrage zeigt, dass das Interesse der Deutschen an außenpolitischen Themen insgesamt groß ist. So geben mehr zwei Drittel der Befragten an, sich sehr stark (12 Prozent) oder stark (56 Prozent) für Außenpolitik zu interessieren. Das Interesse hängt vom Alter ab: Während sich mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Über-60-Jährigen sehr stark oder stark für Außenpolitik interessieren, teilt nur gut die Hälfte (55 Prozent) der Unter-30-Jährigen dieses Interesse. Diejenigen, die sich wenig (26 Prozent) oder gar nicht (5 Prozent) für Außenpolitik interessieren, begründen dies damit, dass ihnen andere Themen wichtiger sind (57 Prozent) oder Außenpolitik zu kompliziert ist (46 Prozent).

Ziel: Frieden in der Welt und Schutz der Menschenrechte

Den Frieden in der Welt zu sichern, halten 51 Prozent der Deutschen – unabhängig von Alter, Bildungsgrad und Parteipräferenz – für das wichtigste Ziel deutscher Außenpolitik. Wichtigste Aufgabe ist für zwei Drittel der Befragten der weltweite Schutz der Menschenrechte. »Wir müssen in Deutschland eine Debatte darüber führen, dass Menschenrechte und Frieden in der Welt nicht umsonst zu haben sind und nicht durch Zurückhaltung in der Außenpolitik erreicht werden«, sagt Paulsen. »Deutschland muss als wirtschaftlich starke Macht seine außenpolitische Rolle in der Welt neu definieren.« Als Gründe für ihren Wunsch nach einer stärkeren außenpolitischen Zurückhaltung führen 73 Prozent an, dass Deutschland genug eigene Probleme habe, um die es sich zuerst kümmern sollte. Die Hälfte derjenigen, die für mehr Zurückhaltung plädieren, begründet dies mit der deutschen Geschichte – insbesondere Befragte ab 60 Jahren argumentieren so (67 Prozent).

Angebote für Journalisten und weitere Informationen

  • Interview mit Dr. Thomas Paulsen, Leiter des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung
  • detaillierte Ergebnisse der Umfrage sowie eine zusammenfassende Broschüre zum Download: www.koerber-stiftung.de/umfrage-aussenpolitik
  • Informationen zum Projekt »Review 2014 – Außenpolitik Weiter Denken« des Auswärtigen Amts: www.review2014.de

Informationen zum Thema:
Körber-Stiftung
Bereich Internationale Politik
Andrea Bayerlein
Pariser Platz 4a
10117 Berlin
Telefon +49 • 40 •80 81 92 - 177
Telefax +49 • 40 • 80 81 92 -304
E-Mail bayerlein[ at ]koerber-stiftung.de
www.koerber-stiftung.de




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