Schulisches Lernen setzt oft vorschnell auf Abstraktionen und Formeln, statt an vorhandene Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen. So entsteht »träges Wissen«, das keinen Bezug zur Lebenswelt erkennen lässt. Intelligentes Wissen ist kein Eintrag im Lexikon, sondern eine Verknüpfung im Gehirn, meint die Lernpsychologin Elsbeth Stern. Im Gespräch mit Reinhard Kahl berichtet sie über die Ergebnisse ihrer Forschung zu alternativen Lernwegen.
Die Konsequenz ihrer Studie lautet: Erwachsene müssen für Kinder Lerngelegenheiten schaffen und dabei zunächst auch falsche Vorstellungen der Kinder zulassen. Würden diese nicht artikuliert, könnten sie auch nicht korrigiert werden – und das aufgenommene Schulwissen wird im Gehirn nicht mit dem Vorwissen verknüpft. Der Umgang mit Schwächen und Fehlern ist für Stern die Nagelprobe für die Qualität einer Schule. Dürfen die Schüler Fehler machen, ohne Nachteile zu befürchten? Oder werden sie dazu gebracht, so zu tun, als wüssten sie bereits, was sie doch erst lernen sollen?
An deutschen Schulen kritisiert Stern vor allem den Unterrichtsstil, Wissen ohne Umwege in das Gehirn der Lernenden »hineinzukopieren«, bringt letztlich das ganze Lernen in Verruf. Und es führt zu einer Schülerhaltung, die Elsbeth Stern mit drastischen Worten charakterisiert: »Man geht zur Schule wie zum Zahnarzt und versucht, sich vor dem Schmerz zu drücken oder ihn zu ertragen.«
Wir möchten möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, unsere Veranstaltungen zu besuchen.
Daher schließt das Platzkontingent Stehplätze mit ein.
Ein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht durch die Anmeldung nicht.