Deutschland bemüht sich seit Jahren gemeinsam mit den permanenten Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien im sogenannten EU 3+3-Prozess um eine diplomatische Lösung im Konflikt um das iranische Atomprogramm.
Der UN-Sicherheitsrat hat in mehreren Resolutionen den Iran aufgefordert, die Uran-Anreicherung einzustellen, und Sanktionen verhängt. Zusätzlich zu den Sanktionen des UN-Sicherheitsrates haben die USA und verbündete Staaten weitere Zwangsmaßnahmen gegen iranische Einrichtungen und Unternehmen ergriffen. Am 1. Juli 2012 sollen die bisher umfassendsten Sanktionen der EU gegen den Iran in Kraft treten. Im Mittelpunkt stehen dabei ein Ölembargo sowie Maßnahmen gegen die iranische Zentralbank. Vor dem Hintergrund einer kontroversen Diskussion über militärische Optionen gegen das iranische Atomprogram in der westlichen Öffentlichkeit wurden im April 2012 die Verhandlungen der EU3+3 mit dem Iran wieder aufgenommen.
Die Frage nach der richtigen Iranpolitik bleibt umstritten: Muss der Druck weiter verstärkt werden? Ist gar ein militärisches Eingreifen notwendig, um eine atomare Bewaffnung des Iran zu verhindert? Oder ist eine Politik der Entspannung erfolgversprechender, die sich um Zusammenarbeit mit dem Iran bemüht?
Diese Fragen werden Matthew Kroenig, Fellow am Council on Foreign Relations (Konfrontation) und Christoph Bertram, ehemaliger Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (Deeskalation) im Rahmen der zweiten Körber Debate des Jahres 2012 diskutieren. Stefan Kornelius, Ressortleiter Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung, moderiert das Streitgespräch. In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung. Englisch mit Simultanübersetzung.
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