Rückblicke 2006
Das Chagall-Quartett
Fotos (2): Jann Wilken
Keine Angst vor Webern
Vierte Ausgabe von 2 x hören
Kann man ein Musikstück von Anton von Webern wiedererkennen, wie ein Werk aus der Wiener Klassik? Man kann. Man nehme dafür: Ein »ausgebuchtes« KörberForum, ein zum Plaudern aufgelegtes Quartett mit vier Berliner Studenten und einen Musikvermittler wie Markus Fein. Der frisch gekürte Intendant der Niedersächsischen Musiktage verstand es erneut, auf fesselnde, detail- und bilderreiche Weise, die Strukturen der »Fünf Sätze für Streichquartett« op. 5 von Anton von Webern freizulegen.
Markus Fein (l.)
Für das Publikum gab´s 2 × hören extra: die sehr kurzen Sätze wurden mehrfach gespielt, einzelne Passagen herausgelöst und hörbar gemacht. Um Spannungen ging es, um »Werden – Sein – Vergehen« – so der Titel eines Gemäldes aus der Zeit –, um die beginnende Moderne, die sich im Wien der Jahrhundertwende gegen Stuck-Gebirge und Prunkarchitektur durchzusetzen versuchte. Ein Blick in die Partitur und in Literatur und Bildende Kunst der Zeit rundete die musikalische Entdeckungsreise ab.
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