Rückblicke 2010
Klartext: Hamburger Schulreform
22. Juni 2010
Vor interessierten Jugendlichen und Lehrern stellte sich Hamburgs Bildungssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch im KörberForum den Fragen von Hamburger Schülern, die sich im Rahmen des Programms »Klartext – Jugendliche fragen nach« intensiv mit der Schulreform befasst hatten. Die Moderatoren Kolja und Nilab führten ihr Publikum durch drei Gesprächsrunden und zwei Themenfilme rund um »das heißeste Thema, das derzeit in Hamburg diskutiert wird«.
Celina und Lisa wollten etwas mehr von den eigenen Schul- und Lehrerfahrungen der Bildungssenatorin wissen, die nach einer pharmazeutischen Ausbildung zum Lehramtsstudium wechselte und nach dem Referendariat in Hamburg-Wilhelmsburg mehr als 15 Jahre in der Stadt als Lehrerin gearbeitet hat. »In der Pubertät gab es einen Bruch, vorher war ich eine gute Schülerin gewesen, aber dann waren Mathe und Englisch meine Problemfächer, in Englisch hatte ich auch Nachhilfe«, berichtete die Senatorin von ihrer Schulzeit auf einer von Nonnen geführten Mädchenschule. Sie bestätigte, dass sie und ihre Kollegen in ihrer Zeit als Lehrerin häufiger Konflikte mit Mitarbeitern der Schulbehörde hatten, als sie Reformen im Schulalltag einführen wollten.
Im Gespräch mit Johanna und Arno wehrte sie sich gegen Kritik an der Schulreform, mit der sie in den Filmeinspielern und den Fragen der Jugendlichen konfrontiert wurde, und verteidigte ihre Reform. Sie sei nötig, damit mehr Jugendliche Chancen hätten, einen höheren Schulabschluss zu erreichen. »Auch wenn manche das nicht gerne hören, wir brauchen eine Leistungselite, keine Herkunftselite«, brachte sie einen ihrer Beweggründe für die Reform auf den Punkt.
In der letzten Gesprächsrunde standen Details der geplanten Schulreform im Mittelpunkt. Awista und Seyma wollten konkret wissen, wie die Schule nach den Sommerferien aussehen und organisatorisches Chaos verhindert werden soll, und hakten bei dem von ihnen als ungerecht empfundenen Wahlrecht zur Volksabstimmung nach. »In einem laufenden Verfahren kann die Volksgesetzgebung nicht geändert werden« bedauerte die Senatorin, als die Jugendlichen kritisierten, dass ein hoher Prozentsatz der Eltern von Hamburger Schülern nicht stimmberechtigt ist, da sie keinen deutschen Pass besitzen.
Die Veranstaltung wurde getragen von den 16 jungen Teilnehmern des Projekts »Klartext – Jugendliche fragen nach«. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler besuchen die Gymnasien Heidberg und Buckhorn, das Kurt-Körber-Gymnasium, die Wichern-Schule und die Kooperative Gesamtschule Benzenbergweg.
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