
Enno Poppe, Markus Fein (Foto: Jann Wilken)
Meldung vom Donnerstag, 4. Dezember 2008
»2x hören«: Keine Angst vor Poppe
Eng wurde es bei der letzten Veranstaltung von »2xhören« in Jahr 2008 nicht nur im Zuschauerraum, sondern auch auf der Bühne des KörberForums: Die neun Musiker des »ensemble mosaik«, trugen unter der Leitung des Komponisten Enno Poppe sein Ensemblestück »Salz« von 2004 vor.»Salz« ist ein Stück, das sich in drei Teilen vom einem sehr leisen Beginn schrittweise in ein immer lauter werdendes Finale „hochschraubt“, wie es der Moderator Markus Fein beschrieb. Dabei wechseln sich Klangflächen und verspieltere Elemente, von Poppe „Ecrituren“ genannt, immer wieder ab. Ein weitere Besonderheit ist, dass Poppe sich feingliedriger Tonfolgen bedient, und zwar Vierteltonschritten, die außerhalb der normalen Tonleiter liegen, wie man sie z.B. von Klaviertasten kennt, und deshalb besonders schwer zu spielen sind.
Zwischen den beiden Aufführungen von »Salz« entlockte Markus Fein Enno Poppe Erläuterungen und Assoziationen zu seiner Arbeit. Ausgangspunkt für jede Komposition sei die Suche nach Klängen und Strukturen, von denen Poppe meint, dass sie „in der Welt fehlen“. So beschrieb er auch die Rolle des Komponisten.Auf den Titel seines Werks angesprochen, erntete Poppe viele Lacher. Er gab offen zu, der Titel »Salz« erkläre sich dadurch, dass seine Auftraggeber, die Salzburger Festspiele, schnell einen Titel für das Programm benötigten und so der Titel aus der Not heraus geboren wurde. Programmatisch ist er also ganz und gar nicht. So endete das dritte Jahr der Reihe »2xhören« mit einem weiteren gelungenen Abend, einem „etwas anderen Adventskonzert“.
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