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Dr. Lothar Dittmer, Dr. Rüdiger Grube (Foto: Claudia Höhne)

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Dr. Rüdiger Grube, Dr. Lothar Dittmer (Foto: Claudia Höhne)

Meldung vom Freitag, 11. November 2011

Hamburger Unternehmen treffen Rüdiger Grube

Aktuell gibt es über 40.000 Ingenieurstellen in Deutschland, die aufgrund des Fachkräftemangels nicht besetzt werden können – Tendenz steigend. Am 9. November diskutierten Vertreter verschiedener Hamburger Unternehmen und Hochschulen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Rüdiger Grube, über den Nachwuchsmangel in den MINT-Fächern.
Obwohl durch verschiedene Initiativen und Projekte von Hochschulen, Unternehmen und Stiftungen wie zum Beispiel die Initiative NaT – Naturwissenschaft & Technik oder das Northern Institute of Technology Management Hamburg-Harburg (NIT HH) bereits viele Fördermöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende existieren, liege das Hauptproblem darin, dass vor allem viele Schüler »nicht wissen, wofür sie Physik, Mathematik oder Chemie lernen sollen«, so Dr. Lothar Dittmer, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung, in seiner Begrüßung.

Rüdiger Grube konstatierte aus Sicht der Deutschen Bahn AG bereits heute Personalmangel sowohl bei Fachkräften als auch bei Auszubildenden; in seinem Beitrag sprach er von einer neuen »Rekrutierungsorganisation« von Unternehmen, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Dabei gehe es aktuell vor allen Dingen um Investitionen in das Unternehmensimage, das für Fachkräfte entscheidend bei der Auswahl der Unternehmen sei. Neben der Anwerbung neuer Fachkräfte sei es aber auch wichtig, Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz zu fördern und ihnen individuelle Perspektiven im Unternehmen zu geben. »Man kann heute nicht Arbeitgeber sein und nach Feierabend passiert nichts mehr«, betonte Grube. Es gehe um gemeinsame Aktivitäten und Zusammengehörigkeitsgefühl.

In der Diskussion zwischen Lothar Dittmer, Rüdiger Grube und den Hochschul- und Unternehmensvertretern waren die Qualifikation von Bewerbern und die Kompetenzen von Unternehmen als gute Arbeitgeber die zentralen Themen. Ein wichtiger Punkt sei die Förderung von jungen Menschen, die von den Eltern nicht ausreichend gefördert wurden, aber viel Potential hätten. Gerade bei Migranten gebe es hier immer noch ein Defizit. Die Deutsche Bahn AG engagiert sich hier mit verschiedenen Förderprogrammen, deren Ergebnis eine Gruppe von hoch motivierten, stolzen Auszubildenden mit dem Wunsch nach Wissen und Leistung sei. Auch spielten Vorbilder eine entscheidende Rolle bei der Motivation. Rüdiger Grube spricht aus persönlicher Erfahrung: Als Schulabgänger mit Realschulabschluss machte er eine Lehre zum Flugzeugbauer. Durch Zufall wurde Herr Blohm von Blohm+Voss auf ihn aufmerksam, der ihn zum Studium motivierte und finanziell unterstützte. Vor diesem Hintergrund leisten Stiftungen aus Sicht Grubes einen wichtigen Beitrag zur MINT-Förderung.

Soft skills seien laut Rüdiger Grube der Schlüssel zum beruflichen Erfolg, sowohl als Arbeitnehmer als auch in der Führung eines Unternehmens. Glaubwürdigkeit, Authentizität, Respekt und Leidenschaft könne man nicht in Management-Seminaren lernen, sondern kämen vor allem aus den Erfahrungen, die man im Berufsleben mache. Er selbst arbeite mit einer Mischung aus Leistungsdruck und Herzlichkeit, um jedem Mitarbeiter die Chance zur Weiterentwicklung zu geben. Statt am Mittelmaß sollten sich auch Schulen wieder an den besten Leistungen orientieren, um die Qualifikation in den MINT-Fächern zu steigern und so letztendlich bessere Schulabgänger und Studienabsolventen zu erhalten.

Wenn Leistung nicht gewürdigt werde, gebe es auch keinen Ansporn zur Erstklassigkeit: »Warum sollte ein Sportler sich anstrengen, wenn es dafür keine Goldmedaille gibt? Leistung muss belohnt werden!«


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