Meldung vom Dienstag, 7. Februar 2012
Ein Date mit der Wissenschaft
Für die Vielfalt der so genannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistern, Orientierung im Fächerspektrum und in den Studienangeboten der Hamburger Hochschulen vermitteln, unterschiedliche Profile der Hochschulen kennenlernen: 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler traten beim »Wissenschaftlichen Speed-Dating« an, um sich für unseren Nachwuchs von morgen zu engagieren. 150 Schülerinnen und Schüler aus dem mit der Initiative NaT verbundenen Schulnetzwerk in Hamburg und der Metropolregion bekamen dabei einen Einblick in Themen aus dem Bauingenieurwesen, der Thermischen Verfahrenstechnik, der Theoretischen Physik, der Verpackungstechnik, der Technomathematik, der Elektrotechnik, der Laserphysik, der Informatik, der Stadtplanung, der Fertigungstechnik, der Beschleunigerphysik, der Geomatik, der Werkstofftechnik – als Disziplinen in der Schule weitgehend unbekannt.
Die beteiligten Wissenschaftler aus den Hochschulen – der Universität Hamburg, der TU Hamburg-Harburg, der HAW Hamburg, der HafenCity Universität und der Helmut-Schmidt-Universität – zeigten in den Dates mit den Jugendlichen, was sie eigentlich an ihrer Arbeit begeistert: die Überwindung des Unbekannten z. B. – man trete an mit einer Idee, einer These, die der experimentellen Überprüfung nicht immer stand halte. »Wissenschaft ist immer die Beschäftigung mit dem Unbekannten, und das ist das eigentlich Spannende daran«, so Professor Heinrich Graener, der die Schülerinnen und Schüler im Geomatikum der Universität Hamburg als Dekan der MIN-Fakultät begrüßte und mit einem Experiment zu Schwingungen gleich mal als Forschungsgemeinschaft mit einbezog. Den Wissenschaftlern aus den angewandten Fächern geht es naturgemäß stärker um Produktion, Nützlichkeit, Funktionalität usw.: »Das, was wir machen, prägt die Stadt. Und weil es die Stadt prägt, muss es auch besonders gut sein«, so die Bauingenieurin Professor Annette Bögle von der HafenCity Universität. Die Jugendlichen sind beeindruckt, die Hochschullehrerin redet nicht bloß über Brückenbau, sie schlägt für die Schüler Brücken in ein Fach, in dem sich Kunst und Technik die Hand reichen – es geht um Schönheit, Passung in die Umwelt, es geht um Berechnung. Ähnlich interdisziplinär ist die von Professor Bernd Sadlowsky (HAW) vorgestellte Verpackungstechnik, es geht um Design, es geht um Physikalische Gesetze und um Chemie. Ihm persönlich geht es beim Speed-Dating vor allem darum, den Schülern einen Anstoß zu geben, sich zu orientieren und Klarheit über ihre eigenen Interessen zu erlangen: »Sie sollten den Tag nutzen, um eine Art Helikopter-Blick zu entwickeln. Den Weg, den Sie später gehen, gehen Sie, weil Sie ihn gehen wollen.«
Immer wieder beeindruckt die Begeisterungsfähigkeit der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für ihre eigenen Fächer. Die eigentliche Botschaft des Tages: Findet heraus, was ihr eigentlich wollt und dann entscheidet ihr euch für das, an dem ihr Spaß habt. Für Irina Smirnowa, die deutschlandweit jüngste Professorin der Verfahrenstechnik, die an der TU Hamburg-Harburg lehrt, liegt die Sache klar auf der Hand: »Machen Sie das, was Ihnen am meisten Spaß bringt. Wenn Sie das machen, werden Sie automatisch erfolgreich, das geht gar nicht anders.«
Das vollständige Interview mit Professorin Irina Smirnova finden Sie hier.
Weitere Berichte zum Speed-Dating lesen Sie hier und hier.
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