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Fotos: Jann Wilken (wenn nicht anders angegeben)

Löcherst du deine Eltern und Geschwister dauernd mit Fragen? Willst du immer alles ganz genau wissen? Und bist du obendrein zwischen acht und zwölf Jahren alt? Dann schau doch einfach mal bei der nächsten Hamburger Kinder-Uni vorbei. Jedes Jahr im Herbst könnt ihr an sechs Nachmittagen wie richtige Studenten in die Universität gehen und euch eine Vorlesung anschauen. Im Internet und auf Plakaten könnt ihr euch schon vorher schlau machen, welche Fragen auf dem Programm stehen. Am besten erklären wir euch mal, was bei der Kinder-Uni so passiert.

In der Uni studieren Studenten, eine Art Schule für Ältere, das weiß doch jedes Kind. Und jeder richtige Student bekommt dort auch einen Studentenausweis. Natürlich gibt es sowas auch bei der Kinder-Uni. Den Ausweis erhaltet ihr bei eurem ersten Besuch.

Ganz wichtig: Vor jeder Vorlesung müsst ihr euren Ausweis am Eingang abstempeln lassen. Denn: Wer vier oder mehr Stempel in seinem Ausweis hat, darf am Sonntag nach der letzten Vorlesung umsonst in das verrückte Chemie-Labor von Magic Andy. Magic Andy macht gern Quatsch und zeigt in spannenden Experimenten, das Chemie überhaupt nicht langweilig ist. Freut euch auf Geheimtinten, Kerzenlöschen wie von Geisterhand, Staubexplosionen, Eisberge im Wohnzimmer, Kunst-Schnee aus Wasser, leuchtendes Waschpulver und vieles mehr!

Nach dem Abstempeln heißt es erst mal warten, weil der Hörsaal, so heißt der Saal, in dem die Studenten dem Professor zuhören, erst eine Viertelstunde vor Beginn geöffnet wird.

Also noch genügend Zeit, um sich ein wenig umzuschauen oder eins von den Kinder-Uni-T-Shirts zu ergattern.

Viertel vor fünf, endlich. Der Hörsaal wird geöffnet. Jetzt aber schnell rein und Plätze sichern.

Im Hörsaal gibt es keine Platznummern und auch keine Eintrittskarten. Wir sind hier ja schließlich nicht im Kino! Jeder setzt sich dorthin, wo es ihm am besten gefällt. Über tausend Kinder finden hier Platz. Die Studenten nennen den Saal übrigens »Audimax«, das ist lateinisch und heißt, ihr ahnt es schon: »größter Hörsaal«.

Puh, schon wieder warten, weit und breit kein Professor zu sehen. Und Fenster gibt es hier komischerweise auch nicht. Aber diese Stühle und Tischchen kann man ja wunderbar hoch- und runterklappen…

Endlich mal ohne Aufpasser! Eure Eltern müssen draußen bleiben, können aber in einem benachbarten Hörsaal bequem sitzen und sich die Vorlesung auf einer großen Leinwand anschauen. Das Audimax ist während der Vorlesung »elternfreie Zone«.
(Foto: Johanna Manke)

So sieht also ein echter Professor aus. Tragen die nicht alle einen weißen Kittel, eine dicke Brille und sind ganz vergesslich, weil sie sich immer so viel merken müssen?

Fünf Uhr, es geht los. Wieso heißt das eigentlich Vorlesung? Der Professor liest ja gar nicht vor, sondern hat alles, was er so sagt und erklärt im Kopf. Lernt der das vorher auswendig?

Interessant und gar nicht so kompliziert! Richtige Studenten hören sich übrigens nicht nur Vorlesungen an, sondern lesen auch ganz viele Bücher und müssen sogar Hausaufgaben machen, wie in der Schule.

Wenn man Glück hat, wird man auf die Bühne gerufen und kann mitmachen. Hier auf dem Bild geht es um Bänder, die der berühmter Mathematiker August Ferdinand Möbius erfunden hat.

Manchmal bringen die Professoren ― übrigens gibt es auch viele Professorinnen ― etwas aus ihrem Forschungslabor mit. Zum Beispiel interessante Steine oder sogar Meteoriten, die aus dem Weltall stammen und vom Himmel gefallen sind, wie hier auf diesem Bild.
(Foto: Heiner Müller-Elsner/GEOlino)

Halb sechs. Der Vortrag ist zu Ende. Jetzt kannst du endlich deine Fragen an den Professor loswerden. Natürlich nur, wenn man von ihm drangenommen wird.

Damit euch jeder im Hörsaal versteht, müsst ihr warten, bis einer unserer Helfer euch das Mikrofon vor die Nase hält. Dann nehmt ihr allen Mut zusammen, sagt euren Namen und löchert den Professor. »Wieviel Dinosaurier gab es denn jetzt früher in Hamburg?«

Viertel vor sechs. Jetzt ist auch die Fragenrunde vorbei. Wer Lust hat, kann sich vorne am Pult noch ein Autogramm für den Studentenausweis holen. Und vielleicht habt ihr ja auch noch eine letzte Frage an den Professor?

Im Herbst 2012 ist es wieder soweit. Das Programm zur nächsten Hamburger Kinder-Uni findet ihr ab Mitte September 2012 auf unseren Internetseiten. Seid ihr auch mit dabei? Wir würden uns sehr freuen!

Tschüss und bis bald, euer Kinder-Uni-Team

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