Meldung vom Donnerstag, 10. November 2011
1,3 Millionen Euro für die Stadt der jungen Forscher 2010
Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat am 7. November die Gründung eines neuen Schülerforschungszentrums bekannt gegeben. Das Modell ist bundesweit einmalig: Mit der Hermann-Hoffmann-Akademie soll nicht nur ein besonderer Lernort für junge Forscherinnen und Forscher entstehen. Die Universität will auch ihre Studierenden in den Lebenswissenschaften, vor allem in den Lehrämtern, in das Lehrangebot einbinden und so noch praxisbezogener ausbilden. Namensgeber der Akademie ist der Botaniker Heinrich Karl Hermann Hoffmann (1819-1891), der fast fünf Jahrzehnte an der Universität in Gießen wirkte und der als Begründer der Blühphänologie gilt. Das Land Hessen unterstützt die Einrichtung in den ersten fünf Jahren mit Mitteln aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget in Höhe von 1.293.000 Euro.
»Die Akademie ist der Versuch, das, was uns im letzten Jahr mit der Auszeichnung gelungen ist, ein Stück weit zu institutionalisieren«, erläuterte Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der Justus-Liebig-Universität das Konzept, das bewusst auf die Verflechtung inneruniversitärer Lehrerausbildung und außeruniversitärer Schülerbildung setzt. »Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Gießen dauerhaft eine Stadt der jungen Forscher bleibt.« Mit ihrem neuen Zukunftskonzept »Translating Science« will die Hochschule sich noch stärker für Schüler öffnen und umgekehrt Lehramtsstudierenden die Gelegenheit geben, durch »Lehren zu lernen«, also früh Praxiserfahrungen im Unterrichten von Kleingruppen sammeln zu können. Prof. Dr. Volker Wissemann (Botanisches Institut), zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Hans-Peter Ziemek (Biologiedidaktik) Initiator des Schülerforschungszentrums, sieht in der neu gegründeten Akademie die Möglichkeit, den »Praxisschock vorzuziehen« und die angehenden Lehrerinnen und Lehrer auf ihre zukünftigen Aufgaben in der Schule besser vorzubereiten. Im Gebäude des Botanischen Instituts sollen künftig unter anderem ein großer Hörsaal, Kurs- und Praxisräume, ein Gewässerlabor, ein Raum der Artenvielfalt und eine Bibliothek zur Verfügung stehen. Bereits jetzt befindet sich dort eine im letzten Jahr gegründete Dinosaurier-Werkstatt. Zwei überlebensgroße Dinosaurier-Modelle, ein Apatosaurus und ein Iguanodon, sollen als Wächter der Akademie zukünftig am Eingang des Botanischen Gartens aufgestellt werden.
www.stadt-der-jungen-forscher.de
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