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2 x hören: Keine Angst vor Toshio Hosokawa

In der japanischen Musik geht es häufig um die Balance zwischen Klang und Stille, um die Spannung zwischen den Tönen. Martina Taubenberger und das Trio Catch spürten diese Elemente in Toshio Hosokawas »Vertical Time Studies I« auf und beleuchten, welche Einflüsse die Kalligraphie und das traditionelle No-Theater auf seine Musik haben.

»Musik ist der Ort, an dem sich Töne und Schweigen begegnen«, so die Überzeugung von Toshio Hosokawa. Geboren 1955 in Hiroshima, arbeitet der japanische Komponist in Anlehnung an die japanische spirituelle Tradition mit der Balance zwischen Klang und Stille, dem nicht hörbaren, körperlichen Raum, dem Dazwischen. Komposition ist bei ihm eng mit der im Zen Buddhismus formulierten symbolhaften Deutung von Natur verbunden und hat gleichermaßen Bezüge zur Kunst der Kalligraphie wie zur traditionellen japanischen Musik. Im Gesprächskonzert machen sich die Musikvermittlerin Martina Taubenberger und das Ensemble Trio Catch in der Reihe »2 x hören« auf die Suche nach diesen Bezügen und Anspielungen. Und beim zweiten Hören klingt der ersten Teil von Hosokawas Kammermusik-Zyklus »Vertical Time Studies« für Klarinette, Violoncello und Klavier dann schon ganz anders...

Das Interesse für die ästhetischen und künstlerischen Wurzeln seiner Heimat entdeckte Hosokawa fernab der Heimat in Europa, während seiner Studien bei Isang Yun und Klaus Huber in Berlin und Freiburg. Aus dem Spannungsverhältnis zwischen der westlichen musikalischen Avantgarde und japanischer Tradition hat er eine unverwechselbare Klangsprache entwickelt und zählt heute zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten. In Hamburg wurde unlängst seine Oper »Stilles Meer« zur viel beachteten Uraufführung gebracht.

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