X
   
Aktuelles

Meldung

75 Jahre Gedenken

60 Jugendliche aus zehn Ländern nehmen an der diesjährigen Jugendbegegnung des Deutschen Bundestags teil, die jedes Jahr anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus ausgerichtet wird. Unter den Teilnehmenden ist auch die Geschichtswettbewerbs-Preisträgerin Paulina Gastl aus Freising.

Vom 25. bis 29. Januar erwartet die Teilnehmenden ein umfangreiches Programm, das 2020 in Kooperation mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim durchgeführt wird. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und dessen zentraler Bedeutung als Ort der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen. Die Jugendlichen besuchen die Gedenkstätte Auschwitz, nehmen am 27. Januar vor Ort an den Gedenkfeierlichkeiten aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung teil und sprechen mit Überlebenden. Paulina steht diesen Begegnungen mit viel Ehrfurcht gegenüber: »Wir gehören wohl zu der letzten Generation, die noch die Möglichkeit hat, persönlich mit Überlebenden zu sprechen, ihre Erlebnisse, Ratschläge und Wünsche ungefiltert, das heißt ohne ein Speichermedium, zu erfassen.«

Die 19-Jährige hat sich auch im Rahmen ihrer Teilnahme am Geschichtswettbewerb 2018/19 mit NS-Geschichte und Formen der Erinnerung auseinandergesetzt. Gemeinsam mit 14 Mitschülerinnen und Mitschülern ist sie den Spuren jüdischen Lebens in Freising nachgegangen. Die verlegten ›Stolpersteine‹ in der Stadt gaben der Gruppe Anlass, sich näher mit persönlichen Schicksalen Freisinger Juden im Nationalsozialismus zu beschäftigen.

Zum Abschluss der Jugendbegegnung nehmen die jungen Europäer am 29. Januar an der offiziellen Gedenkstunde im Deutschen Bundestag teil und treffen anschließend in einer Podiumsdiskussion die Hauptredner, den israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang-Schäuble. Paulina blickt erwartungsvoll auf das Treffen und möchte auch darüber hinaus auf die Bedeutung des Gedenkens aufmerksam machen: »Aus einer politischen Perspektive ist es immens wichtig, weiterhin an einer lebendigen Erinnerungskultur festzuhalten. Zum einen vor dem Hintergrund des erstarkenden Rechtspopulismus, zum anderen angesichts des 75-jährigen Gedenkens und der damit einhergehenden kleiner werdenden Zahl der Zeitzeugen. Wir alle müssen im Kleinen wie auch im Großen gegen das Vergessen arbeiten.«

Weitere Informationen zum Geschichtswettbewerb

 


to top