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Meldung

Längeres Leben gestalten – Parlamentarischer Abend »Sputnik Moment«

Wie der Sputnik als Startschuss für die Raumfahrt schafft die Entdeckung hinzu gewonnener Lebenszeit einen Moment des Aufbruchs, der uns zu einem kreativeren Umgang mit diesem gesellschaftlichen Wandel aufruft.

Die Frage, welche Handlungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bestehen, stand im Mittelpunkt des Parlamentarischen Abends am 11. November, zu dem die Körber-Stiftung gemeinsam mit dem Generali Zukunftsfonds unter der Schirmherrschaft von Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft in Berlin eingeladen hatte.

Ausgangspunkt für die Diskussionen war die exklusive Präsentation des Dokumentarfilms »Sputnik Moment – 30 gewonnene Jahre« von Filmemacherin Barbara Wackernagel-Jacobs und Regisseur Lukas Schmid, der dem Vorurteil über das Alter und das Altern nachspürt und im enormen Zuwachs an individueller Lebenszeit eine nie dagewesene Chance für die Menschheit erkennt. An dem sich anschließenden Podiumsgespräch beteiligten sich neben der Parlamentarischen Staatssekretärin Elke Ferner und der Filmproduzentin Barbara Wackernagel-Jacobs auch Anja Paehlke, Mitglied des Vorstands der Körber-Stiftung, sowie Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds. Gemeinsam diskutierte die Runde über eine neue Haltung zum Alter, über die politischen Handlungsoptionen und über ein dringend notwendiges neues Narrativ.

In einem waren sich die Podiumsgäste einig: Wir müssen mehr Optionen für diejenigen eröffnen, die auch nach einem Renteneintritt weitermachen oder im Alter neu starten wollen. Dafür brauche es jedoch neue Gestaltungs- und Teilhabemöglichkeiten. Mehr Ermutigung des Einzelnen, mehr Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit, mehr Wertschätzung von Gesellschafts- und Familienarbeit – das seien die zentralen Stellschrauben, an denen die Politik drehen müsste, damit Menschen neue individuelle Lebenswege erproben können. Beim Thema Alter seien aber weiterhin dicke Bretter zu bohren, so Anja Paehlke. Denn der Schlüssel für Veränderung ist eher die Haltung, die wir einnehmen Allerdings seien unsere  Altersbilder seien unbewusst in unseren Köpfen verankert. Um hier einen Wandel anzustoßen, sei es wichtig, gesellschaftliche Teilhabe nicht länger nur über die aktive Teilhabe am Arbeitsleben zu bemessen. Auch jenseits eines Arbeitsvertrags können sich Menschen auf vielfältige Weise in die Gesellschaft einbringen und an ihr teilhaben.

Mehr Wertschätzung von Gesellschaftsarbeit forderte auch Loring Sittler. Ältere Menschen bräuchten Anerkennung und das Gefühl, gebraucht zu werden. Was ihnen oftmals fehle, seien Orientierungshilfen, um die passende Tätigkeit für sich nach dem Renteneintritt zu finden. Hier seien Unternehmen gefragt. Für Barbara Wackernagel-Jacobs zeigte der Film darüber hinaus, dass die Aussicht auf ein längeres Leben nicht nur die Möglichkeit eröffne, das Alter neu erfinden zu können. Es biete Jüngeren zudem mehr Freiheiten, ihre Lebensarbeitszeit neu  zu gestalten. Hier kommt die Politik in Spiel: Ihre Aufgabe sei es, so ergänzte Elke Ferner, sichere Rahmenbedingungen für diese neuen Lebensbiografien zu schaffen.

 

 


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