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Meldung

Lebensarbeitszeit: Eine Orientierungshilfe für die zweite Berufshälfte

Die berufundfamilie gGmbH und die Körber-Stiftung haben eine Orientierungshilfe entwickelt, die Menschen in der zweiten Berufshälfte zur Selbstreflexion anregen soll – sich über ihre Vorstellungen von Leben, Arbeit und Alter klar zu werden und Maßnahmen zu ergreifen.

Wir werden immer älter – diese Konstante des demografischen Wandels führt dazu, dass wir auch länger arbeiten werden. Unternehmen haben schon Konzepte entwickelt, wie sie ihre älteren Mitarbeiter länger in das Erwerbsleben integrieren können. Was ist mit den Arbeitnehmern selbst? Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen stieg zwischen 2002 und 2012 von 39 auf 62 Prozent, aber in vielen Umfragen wünschen sich die Deutschen, möglichst früh in Rente gehen zu können. Altern, das steht auch laut einer Studie der Körber-Stiftung von 2013 nur bei einem knappen Viertel der Deutschen in erster Linie für Initiative, Leistung und Aktivität. Ruhestand scheint vielmehr der Fluchtpunkt und Schutzraum zu sein, auf den viele hinarbeiten, die sich eine Befreiung von der auf Effizienz und Leistungsdruck ausgerichteten Arbeitswelt erhoffen.

Dabei ist die alte Aufteilung des Lebens in Ausbildung, atemlose Erwerbsarbeit und dann endlich »Ruhestand« passé. Wir leben in einer historisch einmaligen Phase, die es uns erlaubt, die Erwerbsarbeit selbst neu mit Familie und Gesellschaftsarbeit zu vereinbaren. Gerade weil wir die Option haben, länger als frühere Generationen arbeitsfähig zu sein, können wir unsere Berufsbiografien entzerren und sie stärker an Lebensphasen orientieren.

Die zweite Berufshälfte positiv gestalten

Für eine neu gestaltete Lebensarbeitszeit kommt den Arbeitsjahren ab der Berufsmitte eine große Bedeutung zu: Jetzt gibt es noch alle Möglichkeiten, Leben und Arbeiten in einen guten Ausgleich zu bringen, vielleicht auch neu durchzustarten, auf jeden Fall aber die Basis dafür zu legen, dass der Übergang in eine spätere, nachberufliche Phase gut gelingt. Es gilt nicht nur, arbeitsfähig zu bleiben, sondern sich auch die Motivation und Freude an der Arbeit zu erhalten.

Die berufundfamilie gGmbH und die Körber-Stiftung haben eine Orientierungshilfe entwickelt, die Menschen in der zweiten Berufshälfte zur Selbstreflexion anregt. Mit Fragen in acht Handlungsfeldern stiftet sie dazu an, sich über die persönlichen Vorstellungen von Leben, Arbeit und Alter klar zu werden und Maßnahmen zu ergreifen. Auch Personalabteilungen, Betriebsräte, Arbeitsvermittler, Coaches, Renten- und Übergangsberater und andere Multiplikatoren können diese Orientierungshilfe im Gespräch mit Arbeitnehmern nutzen.

Zu dieser Orientierungshilfe bietet die Körber-Stiftung am 6. Oktober einen Themensalon im Haus im Park in Hamburg-Bergedorf an. Andreas Geis und die Demografie-Expertin Margaret Heckel stellen einen Ausschnitt des Planes vor und debattieren mit interessierten Teilnehmern Fragen und Anregungen. Die Anmeldung zur Veranstaltung wird im September freigeschaltet.


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