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Meldung

Lokales Demografiemanagement: »Die Politik muss wollen.«

Das Amt für Demographie und Statistik der Stadt Bielefeld untersuchte die Arbeit kommunaler Demografiebeauftragter in NRW: Lokales Demografiemanagement sei sinnvoll aber kein Selbstgänger. Auch Karin Haist, Leiterin des Bereichs Gesellschaft der Körber-Stiftung, wurde befragt.

Die Einrichtung von Stellen für Demografiebeauftragte empfiehlt die Studie schon angesichts der zunehmenden Komplexität und Aufgabenvielfalt vor Ort: Themen wie Zuwanderung, Alterung, aber auch die Zukunft von Pflege und Rente, Stadt- und Quartiersentwicklung oder Bildung und Ausbildung »stellen Integrations- und Anpassungsanforderungen an uns alle«, so die Autorin Susanne Tatje, Demografiebeauftragte Bielefelds seit 2004  und damit die erste Vertreterin des neuen ressortübergreifenden Berufsbildes in Deutschland. Einheitlich beschrieben und fest verankert ist die Aufgabe eines Demografiebeauftragten allerdings bis heute in den Städten NRWs nicht: Manche fühlen sich als Einzelkämpfer, manche beklagen unzureichende Befugnisse, Desinteresse der Lokalpolitik oder zu wenig Vernetzung in der Verwaltung und der Stadt. Damit ein Demografiebeauftragter wirksam arbeiten kann, hilft die direkte Anbindung an den Verwaltungsvorstand, am besten den Bürgermeister.

Auch externe Experten aus Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Medien wurden für die Studie befragt. Dabei sprach sich Karin Haist als Demografieexpertin der Körber-Stiftung klar für die fachbereichsübergreifende kommunale Wahrnehmung demografischer Herausforderungen aus, ob unter der Bezeichnung »Demografiebeauftragter« oder auch durch Verwaltungsmitarbeiter mit den entsprechenden Zuständigkeiten. Denn Demografie sei ein Querschnittsthema – und eine Stelle mit gebündelter Zuständigkeit könne »rechtzeitig die Weichen stellen«. Voraussetzung: »Die Politik muss wollen.«

Auch das Körber-Netzwerk demografiefeste Kommune wird in der Untersuchung vorgestellt. Die 28-seitige Broschüre ist als Print und Download erhältlich.


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