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MINT im ländlichen Raum

Im Februar 2018 organisiert die Körber-Stiftung gemeinsam mit der ZukunftsRegion Westpfalz e.V. die Tagung »MINT in die Fläche bringen – Lösungsansätze für den ländlichen Raum«. Silke Steinbach vom Schülerforschungsverbund Westpfalz sprach mit Stephanie Kowitz-Harms, Körber-Stiftung, über die Bedeutung der Veranstaltung für die MINT-Region.

Der Schülerforschungsverbund Westpfalz gehört zu den MINT-Regionen, die im Rahmen des Förderwettbewerbs von Körber-Stiftung und Stifterverband ausgewählt worden sind. Die Koordinatorin Silke Steinbach freut sich auf den Austausch mit anderen regionalen MINT-Netzwerken, die in Kaiserslautern Ideen austauschen und gemeinsam Lösungen für den ländlichen Raum entwickeln können.

Welche Herausforderung stellt für Ihr Netzwerk der ländliche Raum dar?

In der Region Westpfalz leben 53.000 Schülerinnen und Schüler auf einer Fläche von 3085 km2. D.h., unsere Zielgruppe lebt verteilt in einer Fläche, die viermal so groß ist wie Hamburg. Auch die verschiedenen Schultypen sind in der ganzen Region verteilt. Schülerinnen und Schüler, die zu uns in die Forschungsinstitute und Hochschulen kommen wollen, um unsere MINT-Förderangebote wahrzunehmen, fahren durchschnittlich 45-60 Minuten für eine Strecke. Das lässt sich nicht so einfach in den Schulalltag integrieren. Hierfür wollen wir gemeinsam neue und mobilere Konzepte entwickeln, damit wir die räumliche Distanz nicht zu einem Auswahlkriterium werden lassen. Stärker als bisher sollen die MINT-Angebote des Netzwerks mobil zu den Schulen gebracht werden. Referenten, Material, Konzepte müssen flexibel sein, damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler davon profitieren können.

Welche Lösungsansätze haben Sie gefunden?

Der erste Schritt war, diese räumliche Verteilung der Zielgruppe erst einmal wahrzunehmen und die Notwendigkeit zu erkennen, Distanzen zu überbrücken. Es reicht nicht, zentrale Angebote in wenigen großen Institutionen oder Laboren anzubieten. Gemeinsam mit unseren Verbundpartnern definieren wir im Moment Pilotprojekte für alle Schultypen, die auf mehrjährige, nachhaltige Kooperationen angelegt sind. In diesen Pilotprojekten wechseln zentrale und mobile Angebote vor Ort einander ab. MINT-Konzepte und Tools gehen auf Reisen, Lehrkräfte erhalten Material und Unterstützung und arbeiten im Unterricht mit der Klasse weiter. So ist MINT-Förderung kein Einzelevent oder ein Schulausflug, sondern kontinuierliche Arbeit an spannenden Fragen und Aufgaben.

Welche Bedeutung hat diese Tagung für Ihr Netzwerk?

Für uns bedeutet es sehr viel, wenn wir uns gemeinsam mit anderen MINT-Regionen und MINT-Akteuren zusammenfinden, und über spezifische Herausforderungen und Chancen der ländlichen Regionen sprechen. Auf dieser Tagung werden neue Konzepte entstehen, die zeigen, wie man Mobilität organisieren und nicht zuletzt finanzieren kann. Konzepte für MINT-Netzwerke, in denen die Akteure räumlich verteilt sind und sich nicht ohnehin oft sehen. Erfahrene MINT-Macherinnen und MINT -Macher geben Tipps, welche Strukturen zu beachten sind, was funktioniert und was weniger Aussichten auf Erfolg hat. Gerade neue MINT-Regionen, die frisch am Start sind können so unheimlich viel lernen. Neue Einsichten, Ansätze und das Wissen, Teil einer kompetenten Community zu sein, stärkt uns für die Aufgaben, die wir uns vorgenommen haben. 

Die Tagung »MINT in die Fläche bringen – Lösungsansätze für den ländlichen Raum« findet vom 26. bis 27. Februar 2018 am Fraunhofer-Institut für für Techno‐ und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern statt.

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