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Europa und Russland: »Keine positive Perspektive«

Wenn es wirtschaftliche Vorteile bringe, können wir bestimmte politische Meinungsunterschiede vergessen, meint die russische Politikwissenschaftlerin Natalia Burlinova. Aber Europa fange dann an, über politische Werte zu reden. Dieser unterschiedliche Ansatz funktioniere einfach nicht.

Natalia Burlinova ist Präsidentin der Public Initiative Creative Diplomacy in Moskau, die sich mit Russlands Soft Power-Strategie und Staatsdiplomatie beschäftigt. Am Rande des Körber History Forums sprach sie mit der Journalistin Gemma Pörzgen über Russlands aktuelle Rolle in Europa.

Heute gebe es im Umgang mit Russland eine große Angst, meint Burlinova. »Ich weiß nicht, was passieren müsste, damit die EU in anderer Weise auf Russland blickt, nicht wie auf einen Feind oder einen Gegner, sondern als Partner. Aber ich sehe dafür derzeit keine positive Perspektive. Die Einführung der Sanktionen zeigt,  dass Europa erneut seine Wirtschaftsinteressen nicht an erste Stelle setzt. Die Politik dominiert die Wirtschaft. In Russland gibt es da einen anderen Ansatz. Wenn es wirtschaftliche Vorteile bringt, können wir bestimmte politische Meinungsunterschiede vergessen. Aber Europa fängt dann an, über politische Werte zu reden. Dieser unterschiedliche Ansatzpunkt funktioniert einfach nicht.«

Lesen Sie das ganze Interview

Bericht zur Debatte mit Natalia Burlinova
beim Körber History Forum
in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Video der Debatte von Natalia Burlinova
und Ivan Krastev beim Körber History Forum


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