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Meldung

EUSTORY History Camp »Backpacking Visegrád« startet

Das EUSTORY-Geschichtsnetzwerk gerät in Bewegung: 20 junge Europäer aus 13 Ländern bereisen per Zug die Visegrád-Staaten Ungarn, Tschechien und Polen. Sie folgen den Spuren des ungarischen Aufstands von 1956, des Prager Frühlings 1968 und der polnischen Solidarność-Bewegung 1980.

Ein Interrail-Ticket ist seit Jahrzehnten für viele junge Menschen das Eintrittsbillet zu intensiven eigenen Erfahrungen mit Europa: Entlang der Bahnstrecken durch den Kontinent erleben sie, häufig erstmals auf sich allein gestellt, Europas Mix aus verschiedenen Sprachen, Menschen, Kulturen und Religionen. Das erleben nun auch die Teilnehmer aus dem EUSTORY-Geschichtsnetzwerks der Körber-Stiftung im Rahmen des History Camps »Backpacking Visegrád with pen and camera«.

Vom 22. September bis 1. Oktober 2016 ziehen sie auf den Spuren des ungarischen Aufstands von 1956, des Prager Frühlings 1968 und der polnischen Solidarność-Bewegung 1980 durch die Visegrád-Staaten und blicken dabei auf Geschichte und Gegenwart sozialer Bewegungen. Auch mit der Rolle von Medien als Motor des Widerstandes oder Sprachrohr staatlicher Propaganda befassen sich die Camp-Teilnehmer. Begleitet werden sie von Pädagogen und älteren EUSTORY-Alumni.

»In unseren Taschen haben wir mit dem Smartphone plötzlich die Möglichkeit, schnell Informationen von einer Person zur anderen zu übertragen – dies ist eine Möglichkeit, die es noch nie zuvor gab! So erhält jeder Einzelne in seinem Alltag die Chance, Aktuelles weltweit zu berichten. Ich kann es kaum erwarten, das auszuprobieren und weitere Methoden journalistischer Berichterstattung zu erlernen!« So formuliert die 18jährige Shahar, EUSTORY-Preisträgern aus Israel, ihre Erwartungen. Die EUSTORY-Preisträger berichten während des Camps täglich von ihren Erfahrungen und halten ihrer Erkenntnisse in Blogs und Video-Beiträgen fest. Das Handwerkszeug dazu erlernen sie von einem Journalisten, der sie ebenfalls während der gesamten Reise begleitet.

Auf ihrer Route treffen die jungen Europäer in Budapest mit Journalisten des Online-Magazins Index und Aktivisten der gentrifizierungskritischen NGO »The city is for all« zusammen. In Prag gehen die Preisträger im Institut des Studiums totalitärer Regime auf Spurensuche, um schließlich in Danzig in Ausstellungen und dem Archiv des Europäischen Zentrums der Solidarność (ECS) zur antikommunistischen Opposition in Polen zu forschen. Gespräche mit Basil Kerski, Leiter des ECS, sowie russischen und polnischen Nachwuchs-Journalisten runden diese letzte Station des zehntägigen History Camps ab, dessen Programm in Zusammenarbeit mit der tschechischen Bildungsinitiative PANT, die auch den tschechischen EUSTORY-Wettbewerb ausrichtet, sowie dem ECS entstand.

»Dieser Road-Trip ermöglicht spontane Begegnungen und neue Einblicke, die so nur außerhalb eines Seminarraums möglich sind«, betont Katja Fausser, die das EUSTORY Netzwerk leitet. »Zudem können die Teilnehmer die Reise als Realitätscheck für eigene journalistische Ambitionen nutzen.«

Wer neugierig geworden ist, kann vom 23. September bis 30. September täglich um 21 Uhr (CEST) auf EUSTORYs Facebook-Seite dabei sein, wenn die Camp-Teilnehmer für einige Minuten live Einblicke aus dem laufenden Programm übertragen.

Der Blog des History Camps findet sich hier: https://www.historycampus.org/.

Das von der Körber-Stiftung initiierte Geschichtsnetzwerk EUSTORY regt junge Europäer zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit zentralen Gegenwartsfragen der europäischen Geschichte an. Das Netzwerk verbindet zivilgesellschaftliche Organisationen aus 25 Ländern Europas, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen. Über 190.000 Jugendliche haben sich bislang daran beteiligt, rund 1.600 von ihnen nahmen an den europäischen EUSTORY-History Camps teil.


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