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Meldung

Geschichtsnetzwerk EUSTORY zu Gast in Moskau

In Europa sind nationalistische Bewegungen auf dem Vormarsch, eindimensionale Geschichtsbilder werden gegeneinander in Stellung gebracht. Europa braucht dringend mehr Verständigung über Geschichte. Am 27. April traf sich das Geschichtsnetzwerk EUSTORY in Moskau.

In solchen Zeiten braucht Europa dringend mehr Verständigung über Geschichte. Vom 27. April bis zum 1. Mai versammelten sich die Mitglieder des Geschichtsnetzwerks EUSTORY in Moskau zu ihrem jährlichen Netzwerktreffen. Es reisten Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus mehr als 20 Ländern Europas an, die nationale Geschichtswettbewerbe durchführen und sich unter dem Dach von EUSTORY zusammengeschlossen haben. Im Rahmen ihres diesjährigen Treffens tauschten sie sich darüber aus, wie ihre Schülerwettbewerbe zu einem differenzierten Umgang mit Geschichte beitragen können. Die russische Nichtregierungsorganisation MEMORIAL, die seit 1999 einen russischen Geschichtswettbewerb ausrichtet, war Gastgeberin der Konferenz.

Im Rahmen des Treffens beschäftigten sich die Teilnehmer auch mit aktuellen russischen Debatten zur Geschichte und bekamen Einblicke in die Arbeit und in aktuelle Projekte von MEMORIAL. Im Moskauer Gulag-Museum und an weiteren Orten der Stadt reflektierten die Teilnehmer Spuren und aktuelle Deutungen russischer Geschichte. Zudem nahm die Gruppe an der Preisverleihung des aktuellen russischen Geschichtswettbewerbs teil und kam mit Preisträgern der prämierten russischen Beiträge ins Gespräch.

»Damit eine junge Generation verantwortungsbewusster und demokratischer Europäer erwachsen kann, ist ein multiperspektivischer Blick auf die Geschichte wichtig«, sagt Katja Fausser, Managing Director des EUSTORY-Netzwerks bei der Körber-Stiftung. Die Mitglieder von EUSTORY unterstützen mit ihrer Arbeit und dem Engagement ihrer Multiplikatoren in vielen europäischen Ländern junge Menschen dabei, kompetent mit widersprüchlichen Darstellungen von Geschichte umzugehen, mit denen sie bei ihren Geschichtsprojekten oder in ihrem Alltag konfrontiert werden. Über 170.000 Jugendliche haben sich bislang an den EUSTORY-Wettbewerben beteiligt, rund 1.000 von ihnen nahmen bisher an europäischen EUSTORY-Begegnungen teil.

Mehr Informationen unter www.eustory.eu.

Siehe auch Timeline zur Geschichte der Krim
Fokusthema Russland in Europa


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