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Meldung

Internationale Jugendbegegnung des Bundestags beschäftigt sich mit Euthanasie

Am 27. Januar gedenkt Deutschland alljährlich der Opfer des Nationalsozialismus. Die aktuelle Gedenkstunde im Bundestag stand im Zeichen der Euthanasiemorde. Diese NS-Verbrechen standen auch bei der Internationalen Jugendbegegnung des Bundestags im Mittelpunkt. Eine Preisträgerin des Geschichtswettbewerbs war dabei.

80 junge Menschen aus Deutschland und seinen Nachbarländern, vor allem aus Polen und Frankreich, kamen zu Beginn der Woche in Berlin zusammen. Eine von ihnen ist Fiona Schnorr. Die 21-jährige Erlangerin hat seit 2007 insgesamt vier Mal am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teilgenommen. Ihr Beitrag von 2015 wurde mit einem 3. Bundespreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit vier weiteren Schülerinnen hatte sie einen Film gedreht über den Umgang mit Kriegstoten und -traumatisierten durch Kirche und Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg. Nun nimmt sie als ehemalige Preisträgerin an der internationalen Jugendbegegnung teil.

Auf dem Programm der Begegnung vom 23. bis 27. Januar stand unter anderem ein Besuch der Gedenkstätte Pirna‐Sonnenstein, in der zwischen 1940 und 1941 im Rahmen des nationalsozialistischen »Euthanasie«-Programms über 13.000 Menschen ermordet wurden. Fiona berichtete der Körber-Stiftung: »Das Gebäude thront regelrecht über Pirna. Wenn man sich den Keller mit den ehemaligen Gaskammern wegdenkt, ist es ein sehr schöner Ort. Das erinnert mich daran, dass man nicht immer nur auf das Oberflächliche achten und das nicht ausblenden darf, was einem nicht ins Konzept passt – weder als Einzelner noch als Gesellschaft.«

In Berlin besichtigten die Jugendlichen die Gedenkstätte »T4«. In der damaligen Tiergartenstraße 4 war damals die Bürozentrale für die Leitung der Ermordung behinderter Menschen im gesamten Deutschen Reich untergebracht. Auch mit der Rolle der Charité im Nationalsozialismus, insbesondere der dortigen Psychiatrie und Kinderheilkunde, setzten sich die Jugendlichen auseinander.

Am 27. Januar nehmen sie an der Gedenkstunde im Deutschen Bundestag und dem anschließenden Podiumsgespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert, der Autorin Sigrid Falkenstein und dem Philosophen Hartmut Traub, dem Hauptredner der Gedenkstunde, teil.


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