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Meldung

Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Ravensbrück

Ende August 2016 fand das »Ravensbrücker Generationenforum« in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Über 30 junge Leute trafen Überlebende des Frauen-Konzentrationslagers und kamen mit ihnen ins Gespräch, darunter acht Preisträgerinnen und Preisträger des Geschichtswettbewerbs.

Seit 2005 bietet das Generationenforum Jugendlichen aus ganz Deutschland die Möglichkeit, Geschichte in direktem Kontakt mit Zeitzeugen zu erleben und ein stärkeres Bewusstsein für die die eigene Geschichte zu erlangen. Dazu trägt einerseits der Aufenthalt in der Gedenkstätte des größten Frauen-Konzentrationslagers bei, anderseits sind es die Begegnungen und der Austausch über eigene Fragen zum Umgang mit der NS-Geschichte und der Erinnerung daran. Ausgerichtet wurde das Forum von der Dr. Hildegard Hansche Stiftung, unterstützt von der Körber-Stiftung und der Stiftung »Erinnerung Verantwortung Zukunft«.

Die Teilnehmenden besuchten die Ausstellung der Gedenkstätte, die erhaltenen Gebäude des ehemaligen Lagers und die Umgebung. Die Wirkung dieses Ortes ließ die Jugendlichen nicht unberührt. »Besonders erschreckend war der Kontrast zwischen der schönen Seenlandschaft im Havelland und dem großen, grauen KZ-Gelände. Auch die Unterbringung in den Wohngebäuden der ehemaligen Aufseherinnen war befremdlich.«, beschreibt Alexander Ott, einer der Teilnehmer.

Im Mittelpunkt des Programms stand die Begegnung mit vier Überlebenden. Batsheva Dagan und Emmie Arbel aus Israel, Selma van de Perre aus Großbritannien und Judith Vargas aus Ungarn überlebten die KZ-Haft in Ravensbrück und engagieren sich seitdem für den Erhalt der Erinnerung und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Ihre Erinnerungen trugen sie im Rahmen des Forums an die Jugendlichen weiter. »Ich finde es sehr beeindruckend, mit welcher Kraft die Überlebenden über die grauenhaften Taten sprechen, die ihnen, wie vielen weiteren, die heute nicht mehr berichten können auch, angetan wurden«, erzählte Jens Noske von der Begegnung mit den Zeitzeugen. In thematischen Workshops setzten sich die Jugendlichen mit verschiedenen Formen der Überlieferung auseinander, wie zum Beispiel Täterbriefen. »Sie schilderten ihre Arbeit vollkommen gefühlskalt und sprachen von Akten, die abgefertigt werden«, kommentiert die Teilnehmerin Naemi Dehde die Briefe zweier KZ-Ärzte.

»Die persönlichen Schicksale dieser Personen bleiben einem für immer im Gedächtnis erhalten«, resümiert Steffen Beddies anschließend. Naemi Dehde beschreibt als Fazit des Generationenforums die Verantwortung ihrer Generation: »Ich sehe es als Menschenpflicht, insbesondere unserer Generation, diese Erfahrungen weiterzutragen. Wir dürfen die Schrecken dieser dunklen Zeit niemals vergessen.«


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