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Meldung

Jugendliche auf Spurensuche: Wohin entwickelt sich Europa?

Es brodelt in Europa. Unter dem Druck aktueller Krisen und erstarkten populistischen Bewegungen ringt der Kontinent um seine Zukunft. Der History Campus 2016 bietet jungen Europäern die Chance, grenzüberschreitend zu erfahren, was uns trennt und was uns in Europa verbindet.

Das Verhältnis von Nationalstaat und Europa, von Einzelinteressen und Solidarität steht auf dem Prüfstand. Im Kampf um die Deutungshoheit werden nationale Geschichtsbilder zum Steinbruch für die politische Rhetorik.

Der History Campus der Körber-Stiftung und ihrer Partner lädt junge Europäer zu zwei History Camps ein. Teilnehmer des History Camps »Backpacking Visegrád with Pen and Camera – Traces of Social Movements in Past and Present« reisen Ende September auf den Spuren von Bürgerbewegungen durch Ungarn, Tschechien und Polen. Dabei beschäftigen sie sich mit der Rolle von Medien und Öffentlichkeit sowohl bei vergangenen als auch aktuellen Protesten. Sie treffen Vertreter unabhängiger und staatlicher Medien und führen Gespräche mit Aktivisten, Zeitzeugen und Experten zum Thema. Zudem werden sie selber journalistisch aktiv und bloggen von ihren Erfahrungen während der Reise. Das History Camp organisiert die Körber-Stiftung gemeinsam mit EUSTORY, dem European Solidarity Center in Warschau/PL und der PANT Citizens' Association in Ostrava/CZ.

Das zweite History Camp führt junge Europäer nach Georgien. Unter dem Titel »United or Divided in Diversity? National Identities in Europe« erarbeiten sich die Jugendlichen Wissen über das sperrige, gleichwohl auch in ihrem Alltag wichtige Thema nationaler Identitäten: Was macht uns aus – als Individuen, als Angehörige bestimmter Gruppen, als Bürger unserer Länder? Wie entsteht Nationalismus? Vor Ort in Tiflis setzen sich die Teilnehmer mit Geschichte und Gegenwart Georgiens auseinander und beschäftigen sich bei Exkursionen und intensiven Begegnungen mit dem Alltag und Selbstverständnis von Menschen in einem eher jungen Nationalstaat in Europa. Ihre Ergebnisse stellen sie auf einer Abschlusspräsentation öffentlich vor. Lokaler Partner der Veranstaltung ist das Regionalbüro des DVV International in der georgischen Hauptstadt.

Seit 1999 organisieren die Körber-Stiftung und EUSTORY in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern in ganz Europa History Camps. An den 40 internationalen Camps und 18 Alumniprojekten nahmen bisher rund 1600 Jugendliche teil, überwiegend Preisträger der 25 nationalen EUSTORY-Geschichtswettbewerbe in Europa. Um die Reichweite der Aktivitäten im Bereich Geschichte und politische Bildung zu intensivieren, wurde 2014 das History Campus Portal ins Leben gerufen. Dort haben jungen Menschen aus Europa die Möglichkeit, auf einem Blog wie auch in geschützten Diskussionsgruppen aktuelle Fragen der Erinnerungskultur aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren und sich über Werte in Geschichte und Gegenwart auszutauschen. Ziel dieser grenzüberschreitenden Auseinandersetzung ist die Stärkung von internationalem Dialog und Verständigung.

Mehr Informationen (in englischer Sprache)


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