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Meldung

Lettisch, russisch oder multiethnisch?

Identitäten und Kultur machen nicht an Landesgrenzen halt. Das zeigt ein Gespräch mit jungen Letten, die in der Stadt Rezekne leben, nur eine Stunde Autofahrt von der Grenze zu Russland entfernt. Ihren Alltag prägt eine Welt voller konkurrierender und übergreifender Identitäten, vermischter Sprachen und deutlicher Gräben.

Am 14. September beriet das lettische Parlament über einen Gesetzesentwurf, der die Nutzung des Lettischen als alleinige Amtssprache stärken soll und erweiterte Sanktionen bei Nichteinhaltung der Amtssprachereglung vorsieht. Wer das Land von außen betrachtet, erhält den Eindruck, dass sich Lettland entlang einer ethnische Linie zu teilen scheint: auf der einen Seite die lettische Mehrheit und auf der anderen Seite die russische Minderheit, deren Angehörige ihre eigene Sprache sprechen und sich nicht oder nur mit Schwierigkeiten in den lettischen Staat integrieren. Doch dieser Eindruck der klaren Differenzierung zwischen »uns« und »den anderen« verschwindet, sobald das Gespräch auf den Alltag der Menschen kommt, die entlang der lettisch-russischen Grenzregion leben.

Fünf junge Menschen geben Antworten


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