X

Meldung

So viel Außenpolitik wie nie

Mit der »Hamburger Körber-Runde zur internationalen Politik« hat die Körber-Stiftung einen neuen Informationskreis für Experten ins Leben gerufen. Den Auftakt bildete ein Gespräch mit Bürgermeister Olaf Scholz im Rathaus der Hansestadt zu brisanten außenpolitischen Themen.

»Ich freue mich, dass das Interesse an internationaler Politik wieder wächst.« Mit diesen Worten begrüßte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz im Rathaus der Hansestadt am Mittwoch-Morgen einen Kreis von rund 30 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die sich auf Einladung der Stadt und der Körber-Stiftung zusammengefunden hatten.

Zwar sei das neue Interesse wohl ein Ausdruck der Sorge über die Krisen in vielen Regionen, so Scholz. Andererseits verhelfe es zu mehr Realismus. Denn internationale Beziehungen beträfen heutzutage nahezu jeden. Erst recht in einer Hafen-Metropole wie Hamburg, die seit jeher über rege Handelsbeziehungen in alle Welt verfügt.

Auch Thomas Paulsen, Vorstand der Körber-Stiftung und gemeinsam mit Staatsrat Wolfgang Schmidt Initiator des neuen Gesprächskreises, konstatierte mit Blick auf Deutschland: »So viel Außenpolitik war nie!« Gerade in Hamburg werde sich das in naher Zukunft erweisen: mit dem Treffen des OSZE-Ministerrats im Dezember 2016 und dem geplanten G20-Gipfel im Jahr 2017. Darum sei es an der Zeit, diejenigen in Hamburg besser zu vernetzen, die sich professionell mit internationalen Fragen befassen. Eben diesem Zweck diene die neue »Hamburger Körber-Runde zur internationalen Politik«.

Die Diskussion des Vormittags konzentrierte sich auf die Beziehungen der EU-Staaten untereinander und das Verhältnis der EU zu ihren Nachbarn Russland und Türkei. So betonte Olaf Scholz mit Blick auf Abspaltungstendenzen in Großbritannien die Wichtigkeit des EU-Zusammenhalts: »Wenn wir als 500 Millionen EU-Europäer in der Welt relevant bleiben wollen, dann können wir das nur gemeinsam.« Dies gelte natürlich auch für die Flüchtlingspolitik. Die Offenheit nach innen und die Sicherung der Außengrenzen der EU seien hier zwei Seiten derselben Medaille. Wobei gelte: »Eine Grenze zu haben bedeutet nicht, dass sie unüberwindbar ist. Es muss legale Wege geben, zum Beispiel für Studenten, Wissenschaftler oder auch Flüchtlinge, zu uns zu gelangen.«

Bereits mit dem Auftakt zeigte die Hamburger Körber-Runde den großen Bedarf nach weiterem Austausch, sie wird in loser Folge fortgesetzt.


to top