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Meldung

»Um Jude zu sein, muss man überhaupt nicht religiös sein«

Beim Körber History Forum wird die israelische Historikerin und Autorin Fania Oz-Salzberger diskutieren, ob Europa am Ende des säkularen Zeitalters angekommen ist. Für den Geschichtswettbewerb haben wir nachgefragt, was Religion für sie bedeutet.

Die israelische Historikerin und Autorin Fania Oz-Salzberger lehrt als Professorin für Geschichte an der Universität Haifa und ist zudem Direktorin von Paideia, dem Institut für Jüdische Studien in Schweden.

Sie sind die neue Direktorin von Paideia, dem Europäischen Institut für Jüdische Studien in Schweden, und haben kürzlich mit Ihrem Vater Amos Oz das Buch Juden und Worte veröffentlicht, in dem Sie die Gründe für jüdische Beharrungskraft und Prominenz untersuchen. Sie selbst bezeichnen sich jedoch als »eine Atheistin der Bibel«. Welche Rolle spielt die Religion in Ihrem Leben?

Religion fasziniert mich als eine grundlegende Ausdrucksform des Menschen, seines Fühlens, seiner Rituale und seines intellektuellen Strebens. Als Historikerin kann ich das unmöglich übersehen, als Mitglied der Zivilgesellschaft möchte ich es nicht unterschätzen. Religiosität ist bekanntlich älter als die Geschichte. Sie hat moderne Fortschrittstheorien überdauert und wird die Menschheit wohl auch in Zukunft begleiten. Ich jedoch bin ein säkularer Mensch, ein (kritisches) Kind der europäischen Aufklärung. »Säkularität« ist, anders als »Atheismus«, eine kulturelle Haltung, sie bedeutet mehr als nur die Leugnung Gottes. Sie braucht Wissen und Austausch, Dialog und Entscheidung.

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