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Lebendige Bürgergesellschaft

Meldung

StiftungsTag 2016: Die Stadt im demografischen Wandel

Auf dem StiftungsTag in Leipzig nahm der Arbeitskreis Engagementförderung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels Trends der Stadtentwicklung in den Blick. Ein Fazit: Öffentlicher Raum diene als Bühne von Lebensstilen, die auch vermehrt von Seniorinnen und Senioren genutzt werde.

Der Deutsche StiftungsTag widmete sich vom 11. bis 13. Mai in Leipzig dem Tagungsthema »Älter – bunter – anders: Demografischer Wandel und Stiftungen«. Der Arbeitskreis Engagementförderung bot dazu eine Podiumsdiskussion mit dem Titel »Stadt als Labor der Zivilgesellschaft: Öffentliche Räume im demografischen Wandel«. Karin Haist, Leiterin des Arbeitskreises und des Bereichs Gesellschaft der Körber-Stiftung, begrüßte die trotz der frühen Stunde zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wies zunächst augenzwinkernd auf einen kleinen »Ankündigungsfehler« hin: Zwar sei die Veranstaltung vom »Forum Engagementförderung« geplant und organisiert worden, da dieses Forum aber in der Zwischenzeit in den Status einen Arbeitskreises des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen erhoben wurde, war es somit das erste Treffen des »Arbeitskreises Engagementförderung« (AKEF).

Nach dieser Korrektur ging es direkt in medias res: Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba, Geschäftsführender Direktor des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung und emeritierter Professor am Institut für Europäische Ethnologie der HU Berlin, lieferte zunächst einen kursorischen und collagenhafen Einstieg in das Thema. So beschrieb er eindrucksvoll einen neueren Trend, welchen er als »Renaissance der Städte« beschrieb (durch eine Kulturalisierung, Eventisierung und »Mediteranisierung« der Städte) – eine Entwicklung, die insbesondere vor dem Hintergrund der vorangegangenen »Krise der Städte« in den 1960er und 1970er Jahren zu verstehen sei. Hierdurch ändere sich auch die Qualität des öffentlichen Raums, welcher mehr und mehr als Bühne von Lebensstilen diene – eine Bühne, die im demografischen Wandel auch vermehrt von Seniorinnen und Senioren genutzt werde.

Nach diesem Input diskutierte Kaschuba, moderiert von Karin Haist, zusammen mit Julia Petrin, Stadt- und Raumplaner vom Planungsbüro urbanista in Hamburg und Susanne Kutz, Leiterin des Hauses im Park der Körber-Stiftung, auf dem Podium über die Stadt im demografischen Wandel. Julian Petrin konnte zunächst viele der angesprochenen Punkte aus der Perspektive seiner praktischen Tätigkeit als Städteplaner bestätigen, und brachte noch einen weiteren aus seiner Sicht nach wesentlichen Entwicklungstrend in Städten mit auf das Tableau: den einer Verdorfung der Städte, sprich einer identitätsstiftenden Rückbesinnung auf das eigene Viertel, den eigenen Kiez, mit einer gleichzeitigen Tendenz zur Abschottung. Susanne Kutz berichtete insbesondere von ihren Erfahrungen bei der Entwicklung und Konzeptualisierung des in Planung befindlichen KörberHauses und gab so der theoretischen Debatte einen noch stärkeren Praxisbezug. In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde das Thema vor allem von seiner stiftungsstrategischen Seite diskutiert, wobei die Rolle von Stiftungen insbesondere in der Prozessmoderation städtebaulicher Projekte gesehen wurde.

Deutscher StiftungsTag 2016 in Leipzig


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