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  • Oberbürgermeister Markus Zwick (links) begrüßt die Teilnehmenden zum Stadtlabor demografische Zukunftschancen
  • Quartiersmanagerin Kathrin Kölsch bei der digitalen Quartierserkundung im Quartiersbüro Winzler Viertel
  • Teilnehmende des Stadtlabor demografische Zukunftschancen verabschieden sich nach einem erfolgreichen Kommunikationsworkshop mit dem Kommunikationsbüro Kombüse
  • - Meldung

    Alle zusammen anders werden

    Die Teilnehmenden des Stadtlabors demografische Zukunftschancen 2021 blicken nach Pirmasens. Mithilfe einer digitalen Quartierserkundung und einem Kommunikationsworkshop entwickeln die Stadtlaborantinnen und Stadtlaboranten ein Leitbild für die Stadt: »Alle zusammen anders werden«.

    Die Potenziale der Stadt im Strukturwandel stehen dabei im Mittelpunkt.

    Infolge der Globalisierung und dem damit verbundenen Niedergang der Schuhindustrie und der Aufgabe des benachbarten amerikanischen Armee-Stützpunkts verließ in den 1970er bis 1990er Jahren rund ein Drittel der Bevölkerung Pirmasens. Heute hat die Stadt den höchsten Altersdurchschnitt in Rheinland-Pfalz. Knapp ein Drittel der Bevölkerung ist über 60 Jahre alt, und die Bewohnerinnen und Bewohner sterben im Vergleich zum Rest Deutschlands acht Jahre früher. Eine hohe Arbeitslosenquote und der hohe Anteil an Kindern, die in einkommensschwachen Familien aufwachsen, prägen das Bild der Stadt. Nirgends in der Bundesrepublik ist die Pro-Kopf-Verschuldung höher. 

    Doch Pirmasens geht bereits neue Wege und befindet sich in einer Aufbruchsstimmung. Dies sei ebenso positiv, wie die hohe Solidarität der Menschen zu Ihrer Stadt, so der Oberbürgermeister Markus Zwick in seiner Begrüßung der Stadtlaboratinnen und Stadtlaboranten.

    Dennoch verstärkt die oft einseitige Berichterstattung über Pirmasens das Bild einer problembehafteten Stadt. Damit ein positiveres Bild der Stadt wahrgenommen wird, beschäftigten sich die Teilnehmenden des Stadtlabor demografische Zukunftschancen mit der Frage, wie sich die problemorientierte Wahrnehmung der Stadt in der Öffentlichkeit positiv umdeuten lässt.

    Die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter aus dem Stadtlabor blickten während des zweitägigen Workshops auf die ganz konkreten Projekte und sozialen Institutionen in Pirmasens. Auch wenn die Teilnehmenden nicht vor Ort zusammenkamen, so wurde auf eine Quartierserkundung nicht verzichtet. Mit einem neuartigen digitalen Format konnten die Teilnehmenden die Akteure vor Ort begleiten und ihnen live Fragen stellen. Besichtigt wurde das Winzler Viertel im Westen der Stadt. Das dortige generationenübergreifende Wohnprojekt PS:patio!, der Patio-Platz sowie das Quartiersbüro Winzler Viertel. Rede und Antwort standen Ralf Stegner von der Bauhilfe Pirmasens, dem städtischen Wohnungsunternehmen, und Norbert Becker vom DiakonieZentrum. Bauhilfe und DiakonieZentrum sind die Träger des Wohnviertels PS:patio! – einem generationenübergreifenden Wohnprojekt, in dessen Mittelpunkt eine aktive Nachbarschaft steht. Das Quartiersbüro bekannt unter dem Namen »P11« ist die Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger des Winzler Viertels. Kathrin Kölsch und Cornelia Schwarz sind die beiden Quartiersmanagerinnen vor Ort und stärken gemeinsam ein nachbarschaftliches Mit- und Füreinander sowie die Eigeninitiative von Bürgerinnen und Bürgern. Die digitale Quartierserkundung endete schließlich mit einem Gespräch zwischen Sabine Kober vom »Bündnis für Senioren: PS Netzwerk 60 plus« und Jonathan Petzold von der Körber-Stiftung. Das 2019 gegründete Netzwerk aus Haupt- und Ehrenamtlichen hat das Ziel, die soziale Teilhabe von älteren Menschen zu sichern und ihrer Vereinsamung vorzubeugen. 

    Weiter ging das Stadtlabor demografische Zukunftschancen mit einem Kommunikationsworkshop mit dem Kommunikationsbüro Kombüse Hamburg. Die Teilnehmenden erarbeiteten exemplarisch ein Leitbild für Pirmasens: »Alle zusammen anders werden« steht für die Aufbruchsstimmung innerhalb der Stadt, die hohe Solidarität sowie Verbundenheit der Pirmasenser, begründete Kathrin Kölsch. 

    Das Stadtlabor demografische Zukunftschancen ist ein Netzwerk für den vertrauensvollen und kommunenübergreifenden Erfahrungsaustausch zwischen den Demografieexpertinnen und Demografieexperten aus ganz Deutschland. Neben dem Austausch steht auch der Erwerb neuer Methodenkenntnisse im Fokus. Der nächste Durchgang findet 2022 statt, hierzu können Sie sich noch bis zum 30. September 2021 anmelden.

    Video-Trailer


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