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  • Karin Haist, Altersexpertin der Körber-Stiftung (Foto: Torben Ehmling)
  • Der Vortrag von Karin Haist zur Studie »(Gem)einsame Stadt« als visuelles Protokoll (Graphic Recording: Paula Föhr, FÖHR Agentur für Innovationskulturen)
  • - Meldung

    Alterseinsamkeit und (digitale) Teilhabe: Die Expertise der Körber-Stiftung ist gefragt

    »Wir müssen die Megatrends Digitalisierung und Demografie verstärkt zusammen denken«, so Karin Haist, Leiterin der Projekte demografische Zukunftschancen der Körber-Stiftung, auf dem Schlusspodium einer bundesweiten Tagung zu Einsamkeit und Alter der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung am 19. Januar.

    Digitalisierung eröffne einer alternden Gesellschaft viele Möglichkeiten, gutes Leben im Alter zu gestalten. Im Jahr Zwei von Corona, so Haist, werde vielen nicht nur diese Chance der Digitalisierung deutlich – zum Beispiel für die Aufrechterhaltung von Kontakten oder den Einsatz im Gesundheitssystem und der Betreuung Älterer. Auch die Defizite träten deutlich zu Tage: Während Altershilfe-Organisationen, auch das Altersmanagement mancher Kommunen, technisch und personell für digitale Abläufe und Kommunikation oft unvorbereitet gewesen seien, fehlten auch den Älteren selbst digitale Kompetenzen und manchen sogar die Akzeptanz neuer Technologien. Schlimmer noch: Die Gräben vertieften sich. Ältere Menschen, die schon vor der Pandemie ohne digitale Teilhabe gelebt hätten, seien umso schwerer erreichbar. 

    »Wir brauchen Brückenbauer«

    Haist lobte Initiativen wie die »Wege aus der Einsamkeit« von Dagmar Hirche, die Ausbildung von Seniorenassistentinnen und 
    Seniorenassistenten durch Ute Büchmann oder die Vernetzungsarbeit von »Silbernetz«, dem Sozialunternehmen von Elke Schilling. Die Altersexpertin der Körber-Stiftung forderte aber auch bessere Rahmenbedingungen und eine systematische Förderung digitaler Zugänge für ältere Menschen und die sie betreffenden Lebenswelten: »Soziale Teilhabe ist der rote Faden für gutes Altwerden und die wichtigste Konstante gegen Alterseinsamkeit. Soziale Teilhabe kann auch in digitalen Formaten stattfinden. Aber dazu brauchen wir Anlässe und Zugänge, wir brauchen Orte – reale wie digitale Plattformen für die Begegnung. Und wir brauchen Brückenbauer: Menschen und Berufsgruppen, die als Lotsen und Vermittler ältere Menschen zur analogen wie digitalen Teilhabe ermutigen, befähigen und begleiten.« Sehr bewährt hätten sich dabei Initiativen, die Anlass, Ort und Vemittlung digitaler Teilhabe für Ältere zusammendenken, so beispielsweise die Angebote für »Digitale Alterswelten« des Haus im Park der Körber-Stiftung mit der jährlichen Aktionswoche »Eingeloggt«. 

    Im Mittelpunkt der Tagung, an der rund 150 Verantwortliche aus Gesundheitsorganisationen, Kommunen, Verbänden und Politik teilnahmen, stand die Frage, wie der Alterseinsamkeit digital und sozial zu begegnen ist. Haist war nicht nur an der Abschlussdiskussion beteiligt, sondern präsentierte auch die Ergebnisse der Studie »(Gem)einsame Stadt. Kommunen gegen soziale Isolation im Alter«. Diese Analyse des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Körber-Stiftung von 2019 ist seither in vielen Vorträgen, Meinungsartikeln und als Arbeitsgrundlage in deutschen Kommunen sehr nachgefragt. Bereits über 5.000 Exemplare wurden von Stadtverwaltungen und Altersorganisationen bei der Körber-Stiftung bestellt. Die Studie ist hier kostenfrei erhältlich.

    Mehr zu der Frage, wie Alterseinsamkeit lokal und präventiv bekämpft werden kann, finden Sie in unserer Mediathek:

    zum Video »5 Tipps gegen Einsamkeit im Alter«

    zum Video »Aarhus – Stadt gegen Einsamkeit«

    zum Video »Dagmar Hirche: Ältere Menschen digital vernetzen«

    zum Video: »Ute Büchmann – Joberfinderin gegen Einsamkeit


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