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  • Vereint engagiert: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Engagierter Städte während eines BarCamps der Engagierten Stadt (Foto: Engagierte Stadt/Jörg Farys)
  • - Meldung

    Angriffe auf Bürgermeister

    Beleidigungen, Verfolgungen bis hin zu versuchten Mordanschlägen – das zählt mittlerweile auch zum Alltag von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus Engagierten Städten. Von den knapp 50 Städten mussten mittlerweile mehr als 10 Prozent der Stadtoberhäupter diese Erfahrungen machen.

    Opfer von Attacken

    Im Bundesprogramm Engagierte Stadt sind Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zunehmend Opfer von verbalen Attacken, Verfolgungen und physischer Gewalt. Unter ihnen ist auch der Oberbürgermeister der Engagierten Stadt Weißwasser, Torsten Pötzsch, der mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet worden ist. Die Deutsche Nationalstiftung ehrt mit dem Preis, der von der Körber-Stiftung unterstützt wird, das Engagement des parteilosen Stadtoberhaupts gegen Hass und gegen die Spaltung der Gesellschaft.

    Die lange Liste der Attacken beginnt mit Verstopfungen der Haustür mit Leim, Graffiti am Haus und rassistischen Botschaften. Einige der Mandatsträgerinnen und Mandatsträger werden bei privaten Aktivitäten von fremdem Menschen gefilmt und sehen sich mit nächtlichen Menschenansammlungen vor dem Privathaus konfrontiert. Andere erhalten anonyme Briefsendungen, bei denen es sich manchmal sogar um Morddrohungen handelt. Allerdings bleibt es nicht nur bei den Drohungen – einige Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben Mordanschläge erlebt und überlebt.

    Beleidigt, beschimpft oder tätlich angegriffen

    Die bundesweite Bedeutung des Problems zeigt eine Umfrage der Zeitschrift Kommunal vom März 2020. In der bisher größten Erhebung zu dem Thema wurden 2.494 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister befragt. 64 Prozent geben an, bereits einmal beleidigt, beschimpft oder tätlich angegriffen worden zu sein. Der Preisträger der Nationalstiftung Torsten Pötzsch steht beispielhaft für die vielen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker, die sich deutschlandweit vermehrt verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt sehen und Hass und Hetze erfahren. Die Auszeichnung Pötzschs ist damit auch ein Hoffnungsschimmer, dass das bundesweite Problem einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft und die Betroffenen mehr Sichtbarkeit erhalten.

    Aktion »Oberbürgermeister-Gerüchteküche«

    Torsten Pötzsch bekleidet das Amt des Oberbürgermeisters seit 2010. Neben diverser Vorfälle wurde 2019 ein Anschlag auf ihn verübt. Trotzdem gibt er nicht auf und setzt sich unermüdlich für einen stärkeren Zusammenhalt und mehr Lebensqualität in seiner Stadt ein. Nur ein Beispiel dafür ist die Aktion »Oberbürgermeister-Gerüchteküche«. Um sich mit den Fragen und der Kritik der Bürgerinnen und Bürger auseinanderzusetzen, sie zu informieren und Gerüchte richtigzustellen, stellt sich Torsten Pötzsch in unregelmäßigen Abständen auf den Marktplatz von Weißwasser.

    Weitere Informationen zu der Preisverleihung und den weiteren Preisträgern; ebenso hier.
    Ein ausführliches Interview von Torsten Pötzsch mit der Zeitschrift »Kommunal« vom 18. Mai 2020.
    Nähere Informationen zu dem Programm Engagierte Stadt

     


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