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  • Die Astronautin Samantha Cristoforetti erzählt im Schülerforschungszentrum Hamburg von ihren Weltraumerfahrungen (Foto: SFZ Hamburg/Claudia Höhne)
  • Die Jugendlichen hörten gebannt zu und hatten nicht enden wollende Fragen zum Training und zum Alltag der Astronautin (Foto: SFZ Hamburg/Claudia Höhne)
  • - Meldung

    Astronautin besucht Schülerforschungszentrum Hamburg

    Wie bereitet man sich auf einen Weltraumspaziergang vor? Von ihrer Ausbildung, der Vorbereitung auf die Mission im Weltall und ihren Erfahrungen als Astronautin auf der Internationalen Raumstation (ISS) berichtete die Italienerin Samantha Cristoforetti den Jugendlichen im Schülerforschungszentrum Hamburg.

     

    Schon als Kind war Samantha Cristoforetti Star-Trek-Fan und las sämtliche Science-Fiction-Bücher, die sie finden konnte. Sie studierte Maschinenbau an der Technischen Universität München, in Toulouse und Moskau, außerdem Luftfahrtwissenschaft an der italienischen Luftfahrtakademie. In den USA nahm sie am Euro-Nato Joint Jet Pilot Training teil. 2009 wurde Samantha Cristoforetti dann als ESA-Astronautin ausgewählt, unter mehr als 8.400 Mitbewerberinnen und Mitbewerbern. Am 23. November 2014 startete sie mit zwei Kollegen vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan, Mission Futura.

    Die Jugendlichen hörten gebannt zu – und hatten nicht enden wollende Fragen zum Training und zum Alltag der Astronautin: Welche Tests werden mit angehenden Astronauten durchgeführt? Wie bereitet man sich auf einen Weltraumspaziergang vor? Wieviel Sport muss man treiben? Wie funktioniert essen, trinken, duschen, schlafen, trainieren, experimentieren in der Schwerelosigkeit? Und wie riecht der Weltraum? Haben Astronauten Angst, bevor die Rakete startet? 
     »Ich hatte eigentlich erwartet, Angst zu haben, aber ich war nur voller Freude!«, so die Astronautin. »Es war einer der glücklichsten Momente meines Lebens: die Schwerelosigkeit auf der ISS, ein Gefühl der Freiheit«. Und wie sieht im All eigentlich das Licht aus? »Im All ist es Tag oder Nacht, hell oder dunkel, du siehst die Erde, auch den Mond«.

    Die Jugendlichen, zum großen Teil selbst junge Forscherinnen und Forscher, die sich regelmäßig mit ihren Forschungsmissionen im SFZ Hamburg treffen, zeigten sich fasziniert von der Weltraumreisenden und ihrem Alltag auf der ISS: Der Stundenplan ist dort eng getaktet: Die Arbeit, die Experimente stehen im Mittelpunkt, Experimente zur Humanphysiologie, zur biologischen Analyse und zum 3D-Druck in Schwerelosigkeit.

    Vieles sei auch körperlich sehr anstrengend, dabei müssten die Astronauten fit bleiben und viel Sport treiben, so Cristoforetti. Rund zweieinhalb Stunden pro Tag seien dafür vorgesehen, um die Muskeln zu trainieren und dem Knochenabbau vorzubeugen. »Wir sind auch oft das Objekt der Wissenschaft – der menschliche Körper in der Schwerelosigkeit.« Frische Nahrungsmittel gibt es nur zwischendurch per Anlieferung durch ein Frachtschiff, in der Regel kommen die Nährstoffe aus dem Essbeutel.

    Und was macht eine Astronautin auf der Erde? Im Juni 2019 startete die Astronautin eine Expedition in die Tiefe: Sie führte die internationale Forschungs- und Erkundungsmission im Atlantik, die NASA-Expedition Neemo 23 – Nasa Extreme Environment Mission Operations. Wenn bei einer Astronautin auch auf der Erde keine Langeweile aufkommt, ist für Samantha Cristoforetti dennoch klar: Ihr Ziel ist das Weltall. »Ich hoffe, dass ich bald wieder da hochkomme!«

    Die Veranstaltung im SFZ Hamburg wurde organisiert mit Unterstützung der ESA, des Istituto Italiano di Cultura, des Referats Europapolitik der Senatskanzlei und der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg und der Körber-Stiftung.

    Weitere Informationen
    Schülerforschungszentrum Hamburg


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