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Digitalisierung für Ältere

Ältere auf dem Weg zur digitalen Mündigkeit

Um die digitalen Kompetenzen Älterer zu stärken, braucht es Orte, an denen niedrigschwellig Wissensvermittlung stattfindet, Geräte ausgetestet werden können und der Austausch über ganz konkrete Fragen möglich ist. Eine Informationsveranstaltung im Bergedorfer Rathaus unter Mitwirkung des Haus im Park der Körber-Stiftung nahm Probleme Älterer mit der digitalen Welt in den Blick.

»Es gilt bei uns Älteren keine Ängste abzubauen, sondern eher um eine Scheu zum Beispiel im Umgang mit Daten. Die meisten wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen«, erklärte ein Besucher der öffentlichen Seniorendelegiertenversammlung im Bergedorfer Rathaus. Auf Einladung der Vorsitzenden der Seniorendelegiertenversammlung Brigitte Michiels-Lein sprach Caterina Römmer, Leiterin Bildung und Kultur im Haus im Park der Körber-Stiftung, über die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung insbesondere für Ältere.

Auf die Eingangsfrage, wer zuhause noch nicht über einen PC verfügt, melden sich nur zwei von den fünfzig überwiegend älteren Besuchern. Ein überdurchschnittliches Ergebnis. Laut der Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) von 2016 sind von den 65 bis 69-Jährigen 73 Prozent online, mit wachsender Tendenz. Jedoch nur 22 Prozent der über 75-Jährigen haben Zugang zum Netz gefunden. Das sind sehr wenige gerade im Hinblick auf die Chancen, die das Internet Menschen hohen Alters zur Teilhabe und zum Erhalt der Selbstständigkeit bietet.

Gemeinsam mit Dieter Hilge, von der sonntäglichen PC-Hilfe im Computer-Club des Haus im Park, erörterte Caterina Römmer, warum so viele Ältere die digitale Welt nicht nutzen. Neben den Kosten für den PC und den Internetzugang fehlt oft eine Vertrauensperson, die Ältere bei ihren ersten Schritten im Umgang mit den neuen Medien begleiten. Ist der Anfang gemacht und ein Einblick in die Möglichkeiten gewonnen, ist es für die meisten nur eine Frage der Zeit, wie fit sie im Umgang mit PC, Smartphone und Tablet werden. Alle, denen ein Ansprechpartner fehlt, verweist Dieter Hilge auf die PC- und Internethilfe am Sonntag, um dort ganz unverbindlich den Erstkontakt mit dem Netz zu wagen.

Im Publikumsgespräch und bei Befragungen wird deutlich: Vor allem Unwissen und Unsicherheit über die möglichen Anwendungen mit digitalen Medien verhindern ihre Nutzung. Welche Updates kann ich durchführen ohne mein Betriebssystem zu zerlegen, wie schütze ich mich vor Spam-Mails oder Trojanern? Wann kann ich persönliche Daten angeben und was hat das für Konsequenzen? Wichtige Fragen, die Ältere zu recht skeptisch machen und die Nutzung erschweren. Denn nur, wer verantwortungsvoll und sachkundig neue Medien gebraucht, kann die Chancen des digitalen Angebotes nutzen, ohne die Risiken aus dem Blick zu verlieren.

Um die digitalen Kompetenzen Älterer zu stärken, braucht es Orte, an denen niedrigschwellig Wissensvermittlung stattfindet, Geräte ausgetestet werden können und Austausch über ganz konkrete Fragen möglich ist. Die  Studie »Hamburgs digitale Hausaufgaben. Ergebnisse einer qualitativen Studie des mmb Instituts im Auftrag der Körber-Stiftung« stellt fest, dass die Angebote vor allem für ältere Menschen sowie soziale Randgruppen ausgebaut werden sollten. 26 Befragte sind der Meinung, dass vor allem die ältere Generation höhere Aufmerksamkeit verdient hätte.

Das Haus im Park der Körber-Stiftung offeriert eine Vielfalt von Angeboten, die vom einmaligen Besuch der Netthelp-Sprechstunde bis hin zum PC-Kurs oder der  Teilnahme am Digitalen Stammtisch reichen. Auch andere Multiplikatoren wie Silber & Smart der Hamburger öffentlichen Bücherhallen, die Initiative »Wir versilbern das Netz« von Wege aus der Einsamkeit e.V. oder speziell auf Ältere abgestimmte Bildungsangebote der VHS bieten Anlaufstellen für Interessierte in der Stadt. Aber auch die Förderung ähnlicher Initiativen auf dem Land und die technologische Erschließung ländlicher Gegenden ist eine wichtige Aufgabe, um älteren Generationen einen Weg zur digitalen Mündigkeit zu ermöglichen.

Vorrübergehend kein Präsenzbetrieb im Haus im Park.

Wir setzen die Präsenz-Veranstaltungen sowie das Kursangebot der Körber-Stiftung im Haus im Park vom 2. November bis zum 30. November aus . Auch das Restaurant im Park ist in dieser Zeit geschlossen. Die Physikalische Therapie der BiP bleibt geöffnet, das Haus im Park ist für weiteren Publikumsverkehr aber gesperrt. Wir hoffen, dass diese Maßnahmen dazu beitragen neue Infektionen mit dem Corona-Virus so gering wie möglich zu halten. Informieren Sie sich bitte auf dieser Website über neue Entwicklungen und auch alternative digitale Angebote unserer Dozenten, die wir hier zur Verfügung stellen werden.

In der der Zwischenzeit schauen Sie gern in die Mediathek, nehmen an unseren digitalen Veranstaltungen via Live-Stream teil oder hören Sie unsere Podcasts.

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Leiterin Bildung und Kultur

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roemmer@koerber-stiftung.de

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Für gehörlose Gäste bieten wir ausgewählte Veranstaltungen unseres Programms auch in deutscher Gebärdensprache an. Sie erkennen sie in unserem Veranstaltungskalender am roten Symbol.
Für Gehörlose ist eine Anmeldung erforderlich unter hip@koerber-stiftung.de.

Um noch mehr Menschen die Teilhabe an unseren Angeboten und Veranstaltungen zu ermöglichen, kennzeichnen wir außerdem auch die Veranstaltungen, die sich insbesondere an Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen richten, mit einem lilafarbenen Symbol.

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