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Jugendliche treffen Holocaust-Überlebenden

Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar organisiert der Deutsche Bundestag jährlich eine internationale Jugendbegegnung, an der auch Preisträger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten teilnehmen. In diesem Jahr wurde die 20-Jährige Katinka Kalusche aus Hamburg ausgewählt, den Geschichtswettbewerb zu vertreten. Gemeinsam mit rund 80 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ganz Europa nimmt sie seit Montag, dem 28. Januar, an dem viertägigen Programm in Berlin teil, das heute seinen Höhepunkt fand.

Die jungen Teilnehmer beschäftigen sich beim diesjährigen Treffen intensiv mit dem Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die während der Zeit des Nationalsozialismus versteckt wurden, um sie vor der Deportation und Ermordung zu retten. Katinka Kalusche hatte sich 2017 in ihrem Beitrag für den Geschichtswettbewerb mit Konformität und Nonkonformität im Dritten Reich befasst und damit einen Landespreis gewonnen. Sie zeigt sich beeindruckt von der Jugendbegegnung: »Das Programm ist sehr vielfältig und spiegelt wider, welche Facetten Erinnerungskultur haben kann. Die Zeitzeugengespräche, insbesondere das Gespräch mit Hélène Waysbord, der ehemaligen Präsidentin des Maison d’Izieu, über versteckte Kinder in Frankreich hat mich sehr berührt.«

Den Abschluss und Höhepunkt der Jugendbegegnung bildete die heutige Teilnahme an der offiziellen Gedenkstunde im Deutschen Bundestag. Diesjähriger Hauptredner war der Historiker Saul Friedländer, der selbst als Kind den Holocaust in einem Versteck in Frankreich überlebte, während seine Eltern 1942 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden. Unter dem Eindruck des Holocaust emigrierte er 1948 nach Israel. Friedländer lehrte Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, an der Universität Tel Aviv und an der University of California, Los Angeles.

In der Rede vor dem Bundestag schilderte er seine bewegende Familiengeschichte und wies darauf hin, dass Fremdenhass und Nationalismus »in besorgniserregender Weise« wieder überall auf der Welt auf dem Vormarsch seien. Der Historiker formulierte aber die Hoffnung, dass Deutschland die moralische Standfestigkeit besitze, für Toleranz und Inklusivität, Menschlichkeit und Freiheit – »kurzum für die wahre Demokratie« – zu kämpfen.

Im Anschluss an die Gedenkstunde eröffnete Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine Ausstellung des United States Holocaust Memorial Museum mit dem Titel ›Einige waren Nachbarn‹ im Paul-Löbe-Haus. Die Ausstellung setzt sich mit der Frage auseinander, wie Kollegen, Klassenkameraden, Nachbarn und Freunde auf die Verfolgung jüdischer Menschen reagierten und warum. Im Anschluss an die Gedenkstunde hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, mit Saul Friedländer sowie Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ins Gespräch zu kommen. Besonders die Begegnung mit Saul Friedländer hat Katinka Kalusche nachhaltig beeindruckt. »Er hat uns deutlich gemacht, dass wir immer auf unsere Mitmenschen achten sollen und uns zur Zivilcourage ermutigt«, erzählt die 20-jährige, die inzwischen ein Lehramtsstudium aufgenommen hat. Sie ist sich sicher: Von dieser eindrücklichen Begegnung wird sie später ihren Schülern berichten.

Die Veranstaltung im Bundestag wurde aufgezeichnet, und kann ab dem 1. Februar unter www.bundestag/mediathek angesehen werden.

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Empfehlung aus der Mediathek der Körber-Stiftung:
Anlässlich der Eröffnung des »Denk.mal Hannoverscher Bahnhof« in Hamburg war Saul Friedländer zu Gast im KörberForum.
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