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  • Benigno Aquino III.<br />(Foto: Körber-Stiftung /<br />Marc Darchinger)

  • - Meldung

    Benigno Aquino III., Präsident der Philippinen, besuchte Berlin

    Auf Einladung des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und der Körber-Stiftung hielt Benigno Aquino III., Präsident der Philippinen, am 19. September eine Rede in Berlin. Thema war auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland und Europa.

    Anlässlich des 60jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zur Republik der Philippinen besuchte Staatschef Benigno Aquino III. die Hauptstadt. Klaus Wehmeier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung, begrüßte Aquino und hob hervor, dass sich die Körber-Stiftung seit über 50 Jahren um internationale Verständigung bemühe und ihren gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkt im Bereich der internationalen Politik auf die asiatische Region verlagert habe. Hier seien gerade in jüngster Zeit die Spannungen im Südchinesischen Meer ein Thema, dem sich auch Europa, trotz eigener aktueller Krisen, annehmen müsse. Gehe es doch auch um die Freiheit der Handelswege und die Sicherheit auf den Weltmeeren.

    Auch Hubert Lienhard, Vorsitzender des Asien-Pazifik Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, begrüßte den Präsidenten der Philippinen und wies auf die 60jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern hin. Wer als Unternehmen in Zukunft nicht auch in Asien agiere, werde an Bedeutung verlieren, so Lienhard.  Dabei sollte der asiatische Wachstumsmarkt genutzt werden, ohne den deutschen Wirtschaftsstandort zu schwächen. Deshalb sei ein Austausch zwischen Deutschland und den Philippinen in beide Richtungen notwendig. So könne Partnerschaft, Gleichheit und eine nachhaltige Entwicklung zwischen beiden Ländern gewährleistet werden.

    Mit einem geschichtlichen Rückblick begann Benigno Aquino III. seine Rede. 1887 sei in Berlin das Buch Noli Me Tangere des Philippino Jose Rizal gedruckt worden. Dessen spätere Hinrichtung durch die spanische Kolonialmacht sei der Zündfunke für die Unabhängigkeit der Philippinen gewesen. Daraus sei die erste demokratische und konstitutionelle Republik in Asien entstanden, wo der Kampf gegen Armut und Korruption und für Gerechtigkeit heute als fester Bestandteil zur Regierungsführung gehöre. Rechtsstaatlichkeit sei dabei ein wichtiger Ausdruck gelebter Werte und Ziele. Auch bei der Lösung der Konflikte im Südchinesischen Meer plädiere man für eine vernünftige Darlegung der Argumente vor einem unparteiischen Schiedsrichter. Es müsse eine friedliche Lösung im Sinne des internationalen Rechts gefunden werden.

    Innenpolitisch hätten die Philippinen durch verschiedene Förderprogramme entscheidende Fortschritte gemacht. Das Bildungssystem und die Berufsförderung seien verbessert worden, technologische Entwicklungen böten mehr Schutz vor Naturkatastrophen. Bei einem Wirtschaftswachstum von über sieben Prozent sei das Land auch von internationalen Rating-Agenturen deutlich positiver bewertet worden. Der Aufschwung der Philippinen sei in vollem Gange, so Aquino, doch es müssten weiterhin gemeinsame Werte gepflegt werden, damit eine Welt entstehe, in der niemand zurückgelassen werde.

    Im Anschluss an seine Rede wollte Thomas Paulsen, Leiter des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung, vom philippinischen Präsidenten wissen, wie er mit China die Balance zwischen Sicherheits- und Wirtschaftsfragen hin bekäme. Auch dabei habe er das Wohl seines Volkes im Blick, so Aquino. In Fragen von Gebietsansprüchen müssten multilaterale Lösungen auf der Basis des internationalen Rechts gefunden werden. Es seien ja sechs Länder, die im Südchinesischen Meer Forderungen erhöben.

    Ob Aquino Sorge habe, dass sich ein islamischer Extremismus in seinem Land ausbreite, fragte Paulsen. Bislang habe es noch keine Selbstmordanschläge gegeben, meinte der Präsident. Mit der islamischen Befreiungsfront (MILF) sei ein Rahmenabkommen vereinbart worden, in dem die Organisation in der Übergangszeit bis zu den Wahlen eine Rolle spielen werde. Es habe die öffentliche Zusage gegeben, den Islamischen Staat (IS) nicht zu unterstützen.

    Die Körber-Stiftung setzte mit dieser Veranstaltung den Dialog mit asiatischen Führern fort, wie bereits mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi und einem Treffen mit dem Präsidenten von Myanmar U Thein Sein. Das Treffen in Berlin war eine Kooperation mit dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der philippinischen Botschaft.

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