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137. Bergedorfer Gesprächskreis

Europäische Politik in Zentralasien

Astana/Kasachstan, 4. bis 6. Mai 2007

Zentralasien gewinnt für die Europäische Union zunehmend an Bedeutung. Wichtige Herausforderungen für die europäische Außenpolitik mit Blick auf Zentralasien sind vor allem: die Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität, die Sicherung von Rohstoffen, die Prävention lokaler Konflikte, die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen sowie der Aufbau engerer politischer und wirtschaftlicher Beziehungen.

Daher ist die Entwicklung einer Zentralasienstrategie einer der außenpolitischen Schwerpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Grundvoraussetzung für die Ausgestaltung einer tragfähigen Zusammenarbeit zwischen Europa und Zentralasien ist dabei ein partnerschaftlicher Dialog, der die Perspektiven und Prioritäten der zentralasiatischen Staaten von vornherein einbezieht. Der 137. Bergedorfer Gesprächskreis konnte vor allem die gegenseitigen Erwartungen auf europäischer und zentralasiatischer Seite beleuchten und zur innereuropäischen Koordination beitragen.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, ob Zentralasien als eine einheitliche Region zu verstehen ist, welche Länder dazu gehören und wohin diese Region sich orientiert. Außerdem ging es um die Bedeutung der zentralasiatischen Energiereserven im Öl-, Gas-, Wasserkraft- und nuklearen Bereich sowie Optionen für die Entwicklung neuer Transitrouten. Im Zusammenhang mit Sicherheitsfragen wurden Zentralasiens Rolle für die westlichen Militäroperationen in Afghanistan und die Bedrohung durch Drogenschmuggel thematisiert. Schließlich analysierten die Teilnehmer soziale und kulturelle Herausforderungen: Welche Rolle spielt der Islam in der Region, wie wirken sich soziale Unterschiede auf die Stabilität der Gesellschaft aus, und wie kann man der Radikalisierung weiterer Schichten entgegentreten? Im Zusammenhang mit der EU-Zentralasienstrategie wurden Prioritäten und Vereinbarkeit des Interesses an Energieversorgung mit der Aufrechterhaltung menschenrechtlicher und demokratischer Standards behandelt. Schließlich nahmen die Teilnehmer das Verhältnis der Union zu anderen multilateralen Akteuren in der Region wie NATO, Shanghai Cooperation Organization und OSZE in den Blick.

Mit dem 137. Bergedorfer Gesprächskreis in Astana wurde die jahrzehntelange Tradition des Dialogs mit Vertretern der GUS-Staaten fortgesetzt. Er schloss an den 134. Bergedorfer Gesprächskreis »Das Schwarze Meer zwischen EU und Russland« in Odessa 2006 und den 131. Bergedorfer Gesprächskreis »Russland und der Westen« in Potsdam/Berlin 2005 an. Der Bergedorfer Gesprächskreis in Astana nahm auch die Diskussion vom 129. Bergedorfer Gesprächskreis »Grenzen und Horizonte der EU – Die neuen Nachbarn Ukraine, Belarus und Moldau« in Lviv 2004 auf.

Die Ergebnisse der vertraulichen Diskussion wurden in redigierter Form im 137. Bergedorfer Protokoll dokumentiert, das in der Edition Körber-Stiftung erschienen ist.

Protokoll herunterladen (PDF):

Gesamter Protokollband
Protokoll des Gesprächs
Fotodokumentation
Anhang (Biografien, Glossar, Literatur)

Liste der Teilnehmer

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