X

149. Bergedorfer Gesprächskreis

»Europa und Asien: Partner in einer neuen Weltordnung?«

Berlin, 10. September 2011

Der Aufstieg Asiens hat fundamentale Auswirkungen auf die internationale Politik. Führt die Machtverschiebung von West nach Ost zu einem weltpolitischen Führungsvakuum oder zu einer gerechteren Verteilung von Macht und Mitbestimmung? Die vielfältigen sicherheitspolitischen Herausforderungen der neuen Weltordnung zwingen Europa und Asien, über eine engere Zusammenarbeit und Koordination nachzudenken.

Der 149. Bergedorfer Gesprächskreis fragte nach den Auswirkungen des Aufstiegs des »Neuen Ostens« auf die globale Ordnung. Er suchte Handlungsoptionen zur Stärkung der Partnerschaft zwischen Europa und Asien und identifizierte die zentralen Prioritäten für eine vertiefte gegenseitige Kooperation. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Suche nach Möglichkeiten, wie Europa und Asien gemeinsamen Sicherheitsbedrohungen begegnen können.

Im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Bergedorfer Gesprächskreises tagte der 149. Bergedorfer Gesprächskreis unter dem Vorsitz von Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker. Auf Einladung von Bundespräsident Christian Wulff fand der Gesprächskreis im Schloss Bellevue statt, wo der Bundespräsident den Gesprächskreis mit einer Rede eröffnete. 

In seiner Rede würdigte Präsident Wulff die Körber-Stiftung für die Beiträge zur internationalen Verständigung zwischen Ost und West, für die der Bergedorfer Gesprächskreis bereits seit 50 Jahren steht. Zum Neuen Osten bemerkte Wulff, dass es sich bei der gegenwärtigen Machtverschiebung vielmehr um einen Wiederaufstieg Asiens handle. Doch er warnte, dass dieser Aufstieg kein Selbstläufer sei. Die innen- und sicherheitspolitische Lage in Asien sei alles andere als stabil. Territoriale Konflikte und innenpolitische Umbrüche als Resultat mangelnder politischer und wirtschaftlicher Teilhabe stellten ernsthafte Risiken dar.

Der Bundespräsident bemerkte, dass das aktuelle internationale System als zu westlich wahrgenommen werde und sprach sich dafür aus, Asien in den Institutionen den ihm zustehenden Platz einzuräumen. Dies bewege die asiatischen Länder dazu, sich stärker zu verpflichten und sich international verantwortungsvoll in die Gestaltung der Welt einzubringen. Abschließend betonte Wulff trotz aller Unterschiede die gemeinsamen Werte – Fairness, Gerechtigkeit, Wahlrecht und das Recht auf politische Partizipation – nach denen die Menschen sowohl im Osten wie im Westen streben. 

Zu den Teilnehmern des Bergedorfer Gesprächskreises gehörten unter anderem Tharman Shanmugaratnam, stellvertretender Premierminister und Finanzminister der Republik Singapur, Wang Jiarui, Minister der Internationalen Abteilung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas, Frank-Walter Steinmeier, MdB, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und ehem. Bundesaußenminister, sowie Katsuya Okada, Mitglied des japanischen Parlaments und ehemaliger Außenminister.

Teilnehmer
Summary (PDF)

Eröffnung des 149. Bergedorfer Gesprächskreises
Ansprache von Bundespräsident Christian Wulff

»Ein geeintes Europa zusammen mit den asiatischen Partnern«
Rede von Staatsminister Werner Hoyer

Publikation zum 50-jährigen Jubiläum Bergedorfer Gesprächskreis (PDF)

Siehe auch:

to top