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151. Bergedorfer Gesprächskreis

»Was will China? Perspektiven der Zusammenarbeit mit Europa«

Huangshan, 31. August bis 2. September 2012

Wenige Wochen vor dem anstehenden Führungswechsel in Peking standen beim 151. Bergedorfer Gesprächskreis drei Themenblöcke im Mittelpunkt der Diskussionen: Chinas Entwicklung, seine Außenpolitik, sowie die Perspektiven einer Zusammenarbeit zwischen China und Europa.

»Was will China?« war die Frage, der etwa 35 Politiker, Diplomaten, Experten und Vertreter der Wirtschaft aus China und Europa in Huangshan in der Provinz Anhui nachgingen. Welche politischen, wirtschaftlichen und sozialen Weichenstellungen wird China in den nächsten Jahren vornehmen? Wie sieht China seine Rolle bei der Lösung internationaler Fragen? Und können Europa und China enger zusammenarbeiten, beispielsweise bei der Bewältigung der Eurokrise?

Die Vielschichtigkeit des chinesischen Harmonieverständnisses auf individueller, gesellschaftlicher und internationaler Ebene, das zentral für die chinesische Regierung bei der weiteren Entwicklung des Landes ist, wurde näher erläutert.
Unter allen Teilnehmern herrschte Einigkeit darüber, dass das Wohlstandsgefälle zwischen Arm und Reich in China eine besonders große Herausforderung darstellt und die konkrete Verbesserung der Lebensqualität des Einzelnen hohe Priorität auf der politischen Agenda Pekings eingeräumt werde.

Im Hinblick auf Chinas Rolle in einer neuen Weltordnung betonten die chinesischen Teilnehmer die friedliche und defensive Natur der Außenpolitik der Volksrepublik, deren Bestreben die eigene Entwicklung im harmonischen Zusammenspiel mit den anderen Akteuren sei. Jedoch forderten die chinesischen Teilnehmer die Achtung der nationalen Souveränität und das Prinzip der Nichteinmischung, auch im Falle Syriens.
Einige Teilnehmer kritisierten Europas Geschwindigkeit und Entschlossenheit beim Krisenmanagement: Europas Einflussmöglichkeiten in der Region beschränke sich auf seine Exporte und den Euro – bei einem Scheitern des Euro verliere Europa seine Rolle in der Region. Engere Kooperationsmöglichkeiten zwischen Europa und China sahen die Teilnehmer vor allem auf sicherheitspolitischer Ebene.

Unter den Teilnehmern waren der Staatsminister im Auswärtigen Amt Michael Georg Link, der Stellv. Vorsitzende des Nationalkomitees der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes Sun Jiazheng, der ehem. Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Ressourcenschutz des 10. Nationalen Volkskongresses Mao Rubai sowie die Abgeordneten im Deutschen Bundestag Viola von Cramon, Roderich Kiesewetter und Rolf Mützenich. Der Gesprächskreis wurde in Zusammenarbeit mit der Internationalen Abteilung des ZK der KP China durchgeführt.

Vor Beginn der Konferenz besuchten die Teilnehmer Yanqian, ein Dorf der Provinz Anhui, um an einem konkreten Beispiel mehr über die Herausforderungen der ländlichen Entwicklung Chinas zu erfahren.

Lesen Sie hier die Zusammenfassung des 151. Bergedorfer Gesprächskreises (PDF)
Zusammenfassung in englischer Sprache (PDF)
Zusammenfassung in chinesischer Sprache (PDF)

Lesen Sie auch den Artikel von Eric Gujer »China und der kranke Mann« (PDF); NZZ 15./16. September 2012; mit freundlicher Genehmigung der Neuen Zürcher Zeitung.

Teilnehmer

Siehe auch:

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