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Bietet Arbeit Sinn und Erfüllung?

Beim ersten Themensalon »Lebensarbeitszeit» im Haus im Park der Körber-Stiftung diskutierten zwanzig Gäste mit der Autorin und Historikerin Sabine Donauer angeregt über die heutige Arbeitswelt und die Verzahnung von Leben, Arbeit und Zeit.

Der Mensch lebt schon lange nicht mehr vom Brot allein, sondern sucht laut Sabine Donauer heutzutage Sinn und Erfüllung im Brotverdienst. In einem kurzen Vortrag stellte Donauer dar, wie sich im Lauf der letzten hundert Jahre die Haltung zur Arbeit verändert hat und aus der »reinen« Arbeit mehr und mehr eine Tätigkeit wird, zu der wir uns selbst antreiben und von der wir uns Sinn und Erfüllung versprechen. Grundlage für den Vortrag war ihr 2015 in der edition Körber-Stiftung erschienenes Buch »Faktor Freude – Wie die Wirtschaft Arbeitsgefühle erzeugt«.

Engagiert teilten die Teilnehmer unterschiedlichen Alters ihre Erfahrungen aus, die von der eigenen Berufstätigkeit bis hin zum Stellenwert von Arbeit und freier Zeit in anderen Kulturen reichte. Eine Teilnehmerin berichtete sehr anschaulich von ihrer Zeit in Kairo und einem Angestellten, der seinen Mehrverdienst sofort dazu nutzte, jemanden für eine Aufgaben zu bezahlen, die zuvor zu seinen Tätigkeiten gehörte. In unserer westlichen Welt, so stellten die Gäste fest, arbeiten wir hingegen immer mehr und dies auch, obwohl wir dafür nicht mehr Lohn erhalten. Donauer sieht einen Ausweg aus dieser Entwicklung in einem Wertewandel in der Gesellschaft von einer Kultur des Konsums hin zu einer Kultur des »Zeitwohlstands«.

Der Themensalon bietet als neues Veranstaltungsformat im Haus im Park Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen und Ideen auszutauschen. Der Salon ist Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen zum neuen Fokusthema »Neue Lebensarbeitszeit«. Die Körber-Stiftung wirbt für die Entzerrung unserer dicht getakteten Lebensläufe. Dazu braucht es neue Ideen und Vorbilder, wie Leben, Arbeit und Zeit anders – dynamisch und selbstbestimmt – verbunden werden können.

Der Themensalon wird drei bis viermal im Haus im Park stattfinden. Der nächste Termin steht bereits fest: Am 10. Juni gibt die Islam- und Religionswissenschaftlerin Dr. Gundula Krüger Anregung, um über den Einfluss von Religion und Kultur auf unsere »Lebensarbeitszeit« zu reflektieren.


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