+
  • Holocaust-Überlebende Ruth Klüger<br />(Foto: DBT/von Saldern)

  • - Meldung

    Bundestag-Gedenkstunde: Preisträgerin trifft Holocaust-Überlebende

    Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar lädt der Deutsche Bundestag jedes Jahr junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.

    In diesem Jahr fand die Jugendbegegnung zum Schwerpunktthema »Zwangsarbeit im Nationalsozialismus« statt. Pina Seyffert, Preisträgerin des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2014/15, war eine der rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus insgesamt elf Ländern.

    Nach einem Kennenlernen in Berlin ging es für die Gruppe nach Nordhausen, in die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Mittelbau-Dora steht exemplarisch für die Geschichte der NS-Zwangsarbeit, zwischen 1943 und 1945 mussten mehr als 60.000 Menschen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. »Ich habe das erste Mal die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora besucht, historische Orte zu besuchen ist für mich jedes Mal sehr bewegend und beklemmend zugleich«, erzählt Pina Seyffert. In Arbeitsgruppen haben sie sich unterschiedlichen Aspekten der KZ-Geschichte genähert.

    Wettbewerbsbeitrag zum Thema NS-Zwangsarbeit

    Das Thema Zwangsarbeit hat die heutige Studentin schon im Rahmen ihres Beitrags zum Geschichtswettbewerb beschäftigt. Sie arbeitete zum sogenannten Burgholz-Massaker. Im Frühjahr 1945 sind in Wuppertal 30 osteuropäische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von der Polizei im Waldgebiet Burgholz erschossen worden. »Ich habe beim Joggen die Gedenktafel gesehen und wusste bis dahin nicht, was an diesem Ort passiert ist. Im Geschichtsunterricht bleibt einfach nicht genügend Zeit, um über alle Aspekte detailliert sprechen zu können. Ich wollte einfach mehr darüber erfahren und begann zu recherchieren«, so Pina Seyffert.

    Höhepunkt: Teilnahme an der Gedenkstunde

    Zurück in Berlin hat die Gruppe das Dokumentationszentrum Berlin-Schöneweide besucht. Dort befindet sich das einzige noch weitgehend erhaltene ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager. Im Sommer 2006 wurde auf einem Teil des heute denkmalgeschützten historischen Geländes das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit eröffnet. »Die Begegnung mit den drei Zeitzeuginnen war für mich, für uns alle, auch ganz besonders. Wir alle wissen, dass es nicht mehr viele Überlebende gibt, umso mehr bin ich froh, dass wir unsere Fragen an die Frauen stellen konnten. Im Schulbuch oder Filmen ist die Geschichte so abstrakt und im Gespräch war sie plötzlich so nah«, erzählt sie weiter. Ein Höhepunkt der sechstägigen Jugendbegegnung war die Teilnahme an der Gedenkstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages. Im Rahmen eines anschließenden Podiumsgesprächs konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Holocaust-Überlebenden Ruth Klüger und Bundestagspräsident Norbert Lammert ins Gespräch kommen. »Es war sehr bewegend, an der offiziellen Gedenkstunde des Bundestages teilzunehmen – das war einmalig. Ich bin sehr glücklich, dass ich als Preisträgerin des Geschichtswettbewerbs an der Jugendbegegnung teilnehmen durfte. Ich habe so viele neue Erfahrungen und Eindrücke gewonnen, das ist unbeschreiblich. Außerdem ist es sehr schön zu sehen, dass es weltweit junge Leute gibt, die sich für Geschichte interessieren und sich gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Diskriminierung engagieren«, resümiert Pina Seyffert.

    Mehr zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten


    to top